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18/01/2017

Präsidenten-Berater fordern umfassende Reformen für Nigeria

Entwicklungspolitik

Präsidenten-Berater fordern umfassende Reformen für Nigeria

Der nigerianische Präsidenten Muhammadu Buhari bekommt Druck von einer Beraterkommission. Foto: dpa

Berater des nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari fordern im Kampf gegen die Staatsverschuldung eine umfassende Spar- und Reformkur für den größten afrikanischen Öl-Exporteur. Derweil eskaliert erneut die Gewalt im Norden des Landes.

Berater des nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari wollen Nigeria rundum-reformieren:

„Die Zeit drängt“, heißt es in einem 800 Seiten dicken Bericht einer von Buhari eingesetzten Kommission, der der Nachrichtenagentur „Reuters“ am Dienstag vorlag. „Die Verwaltung muss jetzt handeln.“

Der Ölsektor, der wegen Korruption immer wieder für Schlagzeilen sorgt, müsse umgebaut werden. Die Verträge des heimischen Ölkonzerns NNPC mit globalen Unternehmen wie Shell, Exxon und Chevron sowie mit Ölhändlern wie Glencore sollten überprüft werden.

Außerdem empfahlen die Experten eine Streichung von Subventionen für Benzin und Kerosin. Die Zahl der Ministerien solle von 28 auf 19 verringert werden. Noch ausstehende Löhne und Benzinsubventionen sollten umgehend gezahlt werden, um Unruhen zu verhindern. Dazu sollen neue Schulden in Kauf genommen werden. Auch eine unabhängige Zentralbank, der nur ausgewiesene Experten angehören sollen, müsse her.

Die größte Volkswirtschaft Afrikas hat Zahlungsrückstände in Höhe von 4,1 Billionen Naira (rund 19 Milliarden Euro), darunter 400 Milliarden Naira an Löhnen. Der größte Ölexporteur des Kontinents leidet unter dem Preisrückgang für den Rohstoff. Der Ölsektor sorgt für 80 Prozent der Staatseinnahmen und 90 Prozent der Deviseneinnahmen.

Eskalation der Gewalt

Mindestens 25 Menschen sind am Dienstag bei einer Bombenexplosion in einem Behördengebäude im Norden Nigerias ums Leben gekommen.
Anschließend hätten drei Unbekannte das Feuer auf mehrere Verwaltungsangestellte eröffnet, teilte der Gouverneur des Bundesstaats Kaduna, Nasir el-Rufani, über Twitter mit. Ob dabei weitere Menschen getötet wurden, war nicht klar. Zu der Tat am Rande der Stadt Zaria bekannte sich zunächst niemand.

Allerdings trug der Angriff die Handschrift der radikal-islamischen Boko-Haram-Miliz. Sie hat in den vergangenen zehn Tagen wieder verstärkt Anschläge verübt, bei denen allein letzte Woche mehr als 200 Menschen getötet wurden.