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21/01/2017

Neuer Ebola-Tod in Sierra Leone

Entwicklungspolitik

Neuer Ebola-Tod in Sierra Leone

Herbst 2014: Liberische Gesundheitsexperten transportieren eines der vielen Tausend Ebola-Opfer ab. Foto: dpa

Es ist ein Rückschlag für Sierra Leone: Erst in der vergangenen Woche verließ der letzte Ebola-Patient das Krankenhaus. Nun ist eine verstorbene Frau nach ihrem Tod positiv auf Ebola getestet worden.

Eine in Sierra Leone gestorbene Frau ist nach ihrem Tod positiv auf Ebola getestet worden. Das teilte das Ebola-Abwehr-Zentrum (NERC) des Landes mit. Laut der Nachrichtenagentur AFP war die Frau etwa Mitte 60 und lebte im Dorf Sella Kafta in der nordwestlichen Region Kambia. Die Frau war weder nach Liberia noch nach Guinea gereist – zwei ebenfalls schwer von der Ebola-Epidemie getroffene Ländern in Westafrika.

Ein NERC-Sprecher sagte einem örtlichen Radiosender, es seien bereits zehn Risikokontakte der Frau ausfindig gemacht worden und man habe diese unter Quarantäne gestellt. Derzeit werde geprüft, ob das gesamte Dorf isoliert werden müsse. Überdies werde ein Team der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach Kambia reisen, um die Kontaktpersonen des jüngsten Ebola-Opfers zu impfen.

Der Ebola-Fall ist ein Rückschlag für das westafrikanische Land im Bemühen, Ebola-frei erklärt zu werden. Erst in der vergangenen Woche war der letzte Ebola-Patient aus einem Krankenhaus in der Stadt Makeni entlassen worden. Hätte es seitdem 42 Tage lang keine Neuinfektionen gegeben, wäre das Land für Ebola-frei erklärt worden. Auch in Liberia waren im Juli Neuerkrankungen gemeldet worden. Bei der schlimmsten Ebola-Epidemie in der Geschichte waren in Westafrika seit Ende 2013 rund 11.300 Menschen ums Leben gekommen.