Eine Möglichkeit, Mittel zur Finanzierung entwicklungspolitischer Maßnahmen für Entwicklungsländer bereitzustellen, ist die Kombination von Kapitalmarkt-Darlehen und Zuschüssen („Blending“). Nun haben EU-Kommission und die Mitgliedsstaaten die Einrichtung einer EU-Plattform zur Förderung dieser Mischfinanzierungen beschlossen.
Die EU-Mitgliedsstaaten und die EU-Kommission haben die Einrichtung einer "EU-Plattform für Blending in den Außenbeziehungen" beschlossen. Seit Freitag (14. Dezember) hat diese in Brüssel ihre Arbeit aufgenommen. Das Ziel: EU-Gelder gezielter und wirksamer für die Entwicklungszusammenarbeit einzusetzen.
Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, bezeichnete den Start der EU-Plattform als "gute und große Nachricht, weil solche innovativen Finanzierungsinstrumente die Entwicklungszusammenarbeit stärken."
Der Start sei auch ein Erfolg für die deutsche Entwicklungspolitik, da "wir uns in Brüssel für dieses Instrument eingesetzt haben". Die Herausforderungen in den Bereichen soziale und wirtschaftliche Infrastruktur, Energie und Klimawandel erforderten große finanzielle Anstrengungen der Geber, so Beerfeltz. "Nur mit Steuergeldern ist dies nicht zu schaffen. Mit einer intelligenten Mischung aus öffentlichen Mitteln und Mitteln vom Kapitalmarkt ermöglichen wir zusätzliche Finanzierungen für die entwicklungspolitischen Herausforderungen unserer Partner zu günstigen Konditionen."
Bislang setzt die EU nur Zuschüsse ein, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Das hat sich geändert: Bei dem sogenannten Blending nimmt beispielsweise die deutsche KfW Entwicklungsbank ein Darlehen auf, das mit EU-Mitteln zu einem günstigen Gesamtpaket "gemischt" wird. Die Plattform wird nun den Rahmen vorgeben, wie diese verschiedenen Mittel so effizient wie möglich kombiniert werden können.
"Dadurch steht deutlich mehr Geld für die Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung, ohne dass der Bundeshaushalt stärker belastet wird", sagt Beerfeltz. "Ein weiterer Vorteil ist, dass den unterschiedlichen Bedarfen unserer Kooperationsländer besser Rechnung getragen werden kann. Je nach Entwicklungsstand können wir die Darlehens- und Zuschusselemente variieren."
Länder mit genügend eigenen Ressourcen werden vorrangig mit den neuen Finanzierungsinstrumenten und einem geringeren Zuschussanteil gefördert. "Für die am wenigsten entwickelten Länder stehen so letztlich mehr EU-Haushaltsmittel zur Verfügung, das heißt die Ärmsten der Welt haben mehr von unserem Steuer-Euro. Am Ende nutzt das EU-Blending allen: den ärmsten Staaten, den fortgeschrittenen Kooperationsländern und den europäischen Bürgern. Die EU-Plattform wird dafür sorgen, dass erstens klare, vorab vereinbarte Ziele und somit die größtmögliche Wirkung in unseren Kooperationsländern erreicht werden. Zweitens wird sie gewährleisten, dass kein Partner mit den neuen EU-Finanzierungsformen über- aber auch nicht unterfordert wird."
Red.
Links
Council of the European Union: EU Platform for Blending in External Cooperation (10. Dezember 2012)
Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit: Staatssekretär Beerfeltz: "Neue EU-Finanzierungsinstrumente stärken Entwicklungszusammenarbeit" (13. Dezember 2012)
EU-Kommission: Consultation on Proposed EU Platform for External Cooperation and Development

