Millenniumsentwicklungsziele in Gefahr?

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief alle Staaten dazu auf "die Anstrengungen zu erhöhen, um eine gerechtere, sicherere und nachhaltigere Zukunft für alle zu schaffen". Foto: dpa

Mit dem Jahr 2015 rückt das Auslaufen der Millenniumsentwicklungsziele näher. Einem UN-Bericht zufolge seien große Fortschritte zur Verwirklichung der acht Ziele gemacht worden. Die Anstrengungen müssten aber verstärkt werden.

Der weltweite Rückgang der Entwicklungshilfe gefährdet die Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele. Dies geht aus dem "Millennium Development Goals Report 2013" hervor, der Anfang dieser Woche in New York und Genf vorgestellt wurde.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief alle Staaten dazu auf "die Anstrengungen zu erhöhen, um eine gerechtere, sicherere und nachhaltigere Zukunft für alle zu schaffen".

Zwar sei das Leben von Millionen von Menschen durch das Erreichen einiger Ziele verbessert worden. Bemerkenswerter Fortschritt in anderen Bereich bedeute aber auch, dass mehr Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) bis 2015 verwirklicht werden könnten, heißt es in dem Bericht.

Der weltweite Fokus müsse sich auf Ungleichheiten konzentrieren, empfiehlt der Bericht. So sei der Fortschritt beim Erzielen der acht MDGs unterschiedlich. Nicht nur zwischen Regionen und Ländern, sondern auch zwischen Bevölkerungsgruppen innerhalb der Länder.

Menschen, die in Armut oder in ländlichen Gebieten leben, seien weiterhin einem unfairen Nachteil ausgesetzt. So wurden nur 53 Prozent der Geburten in ländlichen Gebieten von medizinischem Fachpersonal begleitet. Demgegenüber stehen 84 Prozent in städtischen Gebieten. 83 Prozent der Bevölkerung, die keinen Zugang zu einer verbesserten Trinkwasserquelle haben, leben in ländlichen Gemeinden.

Die Verwirklichung der MDGs ist durch weniger Hilfsgelder insgesamt betroffen. Dabei sind die ärmsten Länder am härtesten betroffen. Im globalen Durchschnitt seien 2012 die Netto-Transfers an die Entwicklungsländer im Vergleich zu 2011 um vier Prozent auf 126 Milliarden Dollar gesunken. Im Jahr 2012 sei die bilaterale Hilfe für die am wenigsten entwickelten Länder um 26 Milliarden US-Dollar (13 Prozent) gesunken.

Bis zur Deadline 2015 werden die Regierungen der Welt lediglich vier der 21 Unterpunkte der Millenniumsentwicklungsziele erfüllen. Dies erklärte der Autor des aktuellen Monitoring-Berichts der Weltbank Mitte Mai gegenüber EURACTIV.

Die derzeitigen Bemühungen seien nicht ausreichend, um die acht MDGs zu erfüllen. Dies berichten die Vereinten Nationen im "UN World Economic and Social Survey 2013". Ohne neue Ideen, die sich mit der rasch zunehmenden Urbanisierung befassen, könne die Zahl der Menschen, die in Slums ohne Zugang zu grundlegender Infrastruktur und Diensten wie sanitäre Anlagen, Strom und Gesundheitsversorgung leben, von derzeit einer Milliarde auf drei Milliarden im Jahr 2050 ansteigen.

Der Bericht konzentriert sich in diesem Jahr auf die nachhaltige Entwicklung und die Herausforderungen ihrer wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Dimensionen. Demnach wurde die Vision der Förderung wirtschaftichen und sozialen Wohlbefindens bei gleichzeitigem Schutz der Umwelt nicht verwirklicht. Dies wird zurückgeführt auf die steigende Ungleichheit, Lücken und Defizite bei Entwicklungspartnerschaften, das rasche Bevölkerungswachstum, den Klimawandel und Umweltzerstörung.

"Steigende Ungleichheit, Lebensmittel-, Öl- und Finanzkirsen sowie die Verletzung planetarischer Grenzen haben deutlich gemacht, dass eine bloße Fortsetzung der bisherigen Strategien nicht ausreicht, um eine nachhaltige Entwicklung nach 2015 zu erzielen", heißt es in dem Bericht.

dto

Links

UN: Millennium Development Goals are within reach, but stronger efforts needed – UN report (1. Juli 2013)

UN: New strategies needed as rapid urbanization threatens sustainable development – UN report (2. Juli 2013)

UN: World Economic and Social Survey 2013 – Sustainable Development Challenges