Hand in Hand: Naturschutz und Entwicklung in Benin

Kein Grund Trübsal zu blasen - eine nachhaltige Bewirtschaftung des Pendjari-Nationalparks in Benin soll genug Raum für Mensch und Natur bieten. Foto: Christoph Wolf (CC BY-SA 1.0)

Umweltschutz und wirtschaftliche Entwicklung schließen sich gegenseitig aus – könnte man meinen. Ein deutsches Projekt an der Schnittstelle zwischen Umwelt- und Entwicklungspolitik will das Gegenteil beweisen.

Natürliche Ressourcen liefern Nahrung, Trinkwasser und das Ausgangsmaterial für viele Erzeugnisse des täglichen Bedarfs. Tropische Regenwälder regulieren den globalen Wasserhaushalt und das Weltklima. Besonders für Entwicklungsländer ist die Bewahrung der Artenvielfalt von existenzieller Bedeutung, denn oft ist die Natur die einzige Einkommensquelle. Umso härter trifft es die Menschen, wenn Ökosysteme durch Raubbau, extensive Landwirtschaft oder Umweltschäden so aus dem Gleichgewicht geraten, dass ihre Lebensgrundlage bedroht ist. Der Erhalt der Biodiversität, der Aufbau einer nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und der Schutz bedrohter Arten sind daher nicht nur aus der Perspektive des Umweltschutzes wichtig, sondern haben auch eine nicht zu unterschätzende entwicklungspolitische Dimension. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auch Umweltprojekte unterstützt. Neben dem vielbeachteten Naturschutzprojekt KaZaAfrikas größtes Naturschutzgebiet – gibt es unter anderem ein erfolgreiches Programm im Benin.

Benin: Nachhaltige Forstwirtschaft im Pendjari-Nationalpark

Land- und Forstwirtschaft steuern 38 Prozent zum Bruttonationaleinkommen (BNE) Benins bei und sind damit unverzichtbare Stützpfeiler der Wirtschaft. Der Sektor bietet 70 Prozent der Arbeitsplätze und generiert 90 Prozent der Exporteinnahmen. Hauptexportprodukt ist die Baumwolle. Die vorrangige Stellung des „Weißen Goldes“ birgt jedoch ein gewisses Klumpenrisiko: Missernten und die Abhängigkeit von den Weltmarktpreisen gefährden ein gesichertes Einkommen. Der Zugang zu Boden ist zudem rechtlich nicht ausreichend gesichert. Gleichzeitig wächst Benins Bevölkerung, während die Bodenfruchtbarkeit und das Ertragspotential abnehmen. Ob die Land- und Forstwirtschaft auch in Zukunft der Wirtschaftsmotor Benins bleiben wird, hängt davon ab, ob die natürlichen Ressourcen nachhaltig bewirtschaftet werden. Das BMZ will der Landbevölkerung dabei helfen, einen größeren Nutzen aus der Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen im ländlichen Raum zu ziehen. Familien sollen dadurch ein höheres Einkommen erzielen und die soziale Infrastruktur sowie die Verfügbarkeit von Wasser und Brennholz sollen sich verbessern. Besonderes Augenmerk richtet das BMZ dabei auf den Pendjari-Nationalpark im Norden Benins. Auch dort gibt es Konflikte um die Landnutzung: „Landnutzer“ wollen Boden und Ressourcen für wirtschaftliche Zwecke erschließen. „Landschützer“ dagegen setzen sich dafür ein, dass das UNESCO-Biosphärenreservat unangetastet bleibt. Die Arbeit des BMZ zielt deshalb auf einen Interessensausgleich zwischen Schutz- und Nutzungsaspekten. Die Anrainerbevölkerung und das Parkmanagement sollen gemeinsam und zu beidseitigem Nutzen den Park bewirtschaften. Auch bei der Nutzung der staatlichen Teakwälder sollen sich die lokale Bevölkerung, Privatunternehmen und öffentliche Institutionen hoheitliche und wirtschaftliche Aufgaben teilen. Die GIZ berät dazu das Landwirtschafts- und das Umweltministeriums Benins zur Weiterentwicklung des Bodenrechts. Wichtig ist auch die Dezentralisierung des Ressourcenmanagements: Bereits 2002 ging die Verantwortung für die Ressourcen auf die Kommunen über. Nun gilt es, ihre Kapazität zur Analyse, Planung und Reglementierung der gemeinsamen Ressourcennutzung zu fördern. pat

Tag der offenen Tür im BMZ

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) lädt am 25. August zu einem Tag der offenen Tür in seinen Amtssitz in Berlin ein. Geboten wird ein Programm aus Podiumsdiskussionen, in­ter­na­ti­o­nalen Musik- und Tanzdarbietungen sowie Kulinarischem. Zahlreiche Botschaften stellen ihr Land und ihre Kultur vor. GIZ, KfW, En­gage­ment Global und Nichtregierungsorganisationen präsentieren sich und ihre Arbeit. Zudem soll sich im Dialog mit Bürgern über Projektaktivitäten und neue Ideen aus­ge­tauscht und zu entwicklungspolitischen Themen diskutiert werden. Sonntag, 25. August 2013, 10:00 – 18:00 Uhr im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Stresemannstraße 94, 10963 Berlin (S-Bahnstation Anhalter Bahnhof, Buslinien 123 und M41) Eine Übersicht über die Veranstaltungen am Tag der offenen Tür im BMZ finden Sie hier.

Links

Teil 1: Chancen und Herausforderungen für rohstoffreiche Entwicklungsländer (19. August 2013) Teil 2: Keine Perspektive ohne Bildung (20. August 2013) Teil 3: Mit Köpfchen und Spaten gegen Hunger und Armut (21. August 2013) Teil 5: Diskriminierung: ungerecht – und teuer (23. August 2013) BMZ: 14. Entwicklungspolitischer Be­richt der Bundesregierung | Weiß­buch zur Ent­wick­lungs­politik (Kurzfassung) BMZ: 14. Entwicklungspolitischer Be­richt der Bundesregierung | Weiß­buch zur Ent­wick­lungs­politik (Langfassung) BMZ: Entwicklungspolitisches Konzept plus: Chancen schaffen – Minds for Change | Zukunft entwickeln – Enhancing Opportunities BMZ: Flyer – Die Schwerpunkte der deutschen Entwicklungspolitik (Mai 2012) BMZ: Lexikon der Entwicklungspolitik WorldWeWant gemeinsame Initiative von UNICEF und BMZ. Ruft Jugendliche dazu auf, die Ziele der Entwicklungspolitik mitzugestalten. Teil der aktuellen weltweiten Konsultationen über die neuen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen

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