Für 7 von 10 EU-Bürger ist Entwicklungshilfe eine Win-Win-Situation

Fairtrade-Produkte: Für einen guten Zweck sind viele EU-Bürger bereit, mehr zu zahlen. Foto: FairtradeSverige (CC BY-SA 3.0)

Die Entwicklungshilfe stößt bei der europäischen Bevölkerung auf Wohlwollen: Laut einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage sehen zwei Drittel der Befragten in der Entwicklungszusammenarbeit eine Priorität der EU. Viele Bürger sind auch persönlich bereit, zugunsten der Ärmsten tiefer in die Tasche zu greifen.

66 Prozent der EU-Bürger sehen in der Bekämpfung der Armut in den Entwicklungsländern eine Priorität der EU. Sieben von zehn Befragten glauben, dass die Hilfe für diese Länder auch für die EU gut ist und ihren Bürgern zugutekommt. Dies sind einige der wichtigsten Ergebnisse einer Eurobarometer-Umfrage, die am Dienstag (26. November) anlässlich der Europäischen Entwicklungstage in Brüssel (26./27. November) veröffentlicht werden.

Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind heute mehr EU-Bürger (48 Prozent) – eine Steigerung um 4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr – bereit, höhere Preise für Lebensmittel und Produkte zu zahlen, deren Verkaufserlöse die Entwicklungsländer unterstützen. Der Anstieg ist in einigen Ländern, die von der Wirtschaftskrise hart getroffen wurden, besonders groß: Irland (47 Przent, + 12), Lettland (27 Prozent, + 8) und Spanien (+ 7). Gleichzeitung sind 83 Prozent der Befragten der Meinung, dass es wichtig ist, den Menschen in den Entwicklungsländern zu helfen, und 61 Prozent sprechen sich für eine Aufstockung der Hilfe aus.

Die Befragten sind der Überzeugung, dass der Schwerpunkt der Entwicklungspolitik künftig auf Beschäftigung (44 Prozent), Gesundheit (33 Prozent), Wirtschaftswachstum (31 Prozent) und Bildung (30 Prozent) liegen sollte.

EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs begrüßt die Umfrageergebnisse und ist überzeugt, dass die EU einen entscheidenden Beitrag zur Überwindung der Armut in der Welt leisten könne: "Vor uns stehen große Herausforderungen – wir müssen dafür sorgen, dass die Millenniumsentwicklungsziele erreicht werden und die Armut der Vergangenheit angehört. Künftig müssen wir alle zusammenarbeiten. Die Weltgemeinschaft sollte sich auf eine ehrgeizige gemeinsame Agenda zur Beseitigung der Armut und zur Förderung nachhaltiger Entwicklung verständigen. Von der heute veröffentlichten Umfrage geht eine klare Botschaft aus: Europa ist bereit, die ihm gebührende Rolle zu übernehmen."

Vor allem junge Menschen glauben, auch als Einzelne eine Rolle bei der Bekämpfung von Armut in den Entwicklungsländern spielen zu können. Jüngere Menschen sind auch eher der Meinung, dass die Bekämpfung von Armut in den Entwicklungsländern eine der wichtigsten Prioritäten sowohl der EU als auch ihrer nationalen Regierung sein sollte.

Millenniums-Entwicklungsziele kennt kaum jemand

Nur wenige Befragte (6 Prozent) haben schon mal von den Millenniums-Entwicklungszielen (MDGs) gehört oder darüber gelesen und wissen, worum es sich dabei handelt. Wird ihnen eine Liste dieser Ziele gegeben, so sind die Befragten der Meinung, dass die Armutsbeseitigung, die Geschlechtergleichstellung und die Eindämmung der Ausbreitung von HIV/AIDS in den nächsten zehn Jahren am schwersten zu erreichen sind.

Rund ein Zehntel der Befragten war in der Lage, die Zahl der Menschen in der Welt, die von weniger als 1 US-Dollar pro Tag leben (zwischen 500 Millionen und 1 Milliarde), richtig zu schätzen.

Bei den Europäischen Entwicklungstagen treffen Staats- und Regierungschefs aus Afrika mit Vertretern der EU-Institutionen, EU-Ministern, Vertretern der Vereinten Nationen, der Zivilgesellschaft, des Hochschulbereichs und der Privatwirtschaft zusammen. Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen die MDGs und die Notwendigkeit einer entschlossenen Haltung der EU im Hinblick auf die Bewältigung der weltweiten Armut und die Förderung nachhaltiger Entwicklung in der Zeit nach 2015.

pat

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