Forschungspakt gegen HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria

EU-Forschungskommissarin Máire Geoghegan-Quinn und Bill Gates vereinbarten eine strategische Partnerschaft zur Bekämpfung von armutsbedingten Krankheiten. Foto: EC

Die EU und die Bill & Melinda Gates Foundation wollen in Zukunft gemeinsam armutsbedingte Krankheiten bekämpfen. Arzneimittel, Impfstoffe und Diagnoseverfahren für Krankheiten wie HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria sowie andere Infektionskrankheiten sollen schneller entwickelt werden und zügig bei den betroffenen Menschen ankommen.

Die EU und die Bill & Melinda Gates Foundation haben am Montag (10. Juni) angekündigt, bei der Bekämpfung von HIV/AIDS, Tuberkulose, Malaria und anderen armutsbedingten Krankheiten zusammenzuarbeiten, von denen weltweit insgesamt über eine Milliarde Menschen betroffen sind.

Die vom Ko-Vorsitzenden der Stiftung, Bill Gates, und der EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft, Máire Geoghegan-Quinn, in Paris unterzeichnete Vereinbarung legt den Grundstein für eine neue strategische Partnerschaft für Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet. Von 2007 bis 2011 haben die Stiftung und die EU-Kommission bereits etwa 2,4 Milliarden Euro (3,1 Milliarden US-Dollar) in Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet armutsbedingter Infektionskrankheiten investiert und damit die Entwicklung von über 20 neuen und verbesserten Produkten gefördert.

Die Partnerschaft unterstützt die Erforschung und Entwicklung lebensrettender Maßnahmen, mit denen Gesundheit und Wohlergehen von Menschen in Entwicklungsländern verbessert werden sollen. So soll nicht nur die Entwicklung dringend benötigter Arzneimittel, Impfstoffe und Diagnoseverfahren forciert werden, sondern beiden Organisationen ist auch daran gelegen, dass diese Produkte schnell zu den Menschen gelangen, die sie am dringendsten brauchen – auch durch erschwingliche Preise und nachhaltige Verfahren.

Geoghegan-Quinn sagte: "Unser Ziel in dieser neuen Partnerschaft ist es zusammenzuarbeiten, um mindestens ein neues, besseres Gesundheitsprodukt pro Jahr zu entwickeln. Für die Millionen von Menschen, die unter armutsbedingten Krankheiten leiden, wäre dies ein riesiger Schritt nach vorn."

"Mit den nötigen Ressourcen und politischem Engagement können wir bis zum Ende dieses Jahrzehnts gemeinsam das Leben von Millionen von Menschen verbessern", so Bill Gates. "Die Stiftung unterstützt voll und ganz die Entwicklung lebensrettender Produkte, um so dazu beizutragen, einige der schlimmsten weltweiten Probleme zu lösen. Die Partnerschaft mit der Kommission und anderen Geldgebern ist für den Erfolg unserer gemeinsamen Mission unerlässlich.”

Die Stiftung und die Kommission planen die Auslobung eines gemeinsamen Innovationspreises auf dem Innovationskonvent 2014, um Innovationen zu würdigen und auszuzeichnen, die zur Bewältigung von Problemen beitragen, mit denen bisherige Ansätze zur Lösung globaler Gesundheitsfragen konfrontiert sind.

Die Kommission und die Stiftung werden auch gemeinsam die klinische Entwicklung neuer Werkzeuge zur Behandlung und Prävention von HIV, Tuberkulose, Malaria und anderen wenig beachteten Infektionskrankheiten finanziell unterstützen – beispielsweise Durchfallerkrankungen, Buruli ulcer, Trachom, Elephantiasis und Schlafkrankheit. Ein Großteil der Arbeiten wird im Rahmen der Partnerschaft Europas und der Entwicklungsländer im Bereich klinischer Studien (EDCTP), einer Leitinitiative der EU, durchgeführt, in die derzeit 16 europäische und 30 subsaharische afrikanische Partnerländer einbezogen sind.

Red.

Links

EURACTIV Brüssel: EU and Gates Foundation sign disease research agreement (10. Juni 2013)

EU-Kommission:
Forschung: Neue Partnerschaft zur Bekämpfung armutsbedingter Krankheiten (10. Juni 2013)

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