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20/01/2017

Extreme Armut sinkt auf unter zehn Prozent

Entwicklungspolitik

Extreme Armut sinkt auf unter zehn Prozent

Spielende Kinder in der Demokratischen Republik Kongo.

[UNHCR Photo Unit/Flickr]

Der Anteil der extrem armen Menschen auf der Welt wird dieses Jahr laut einem Weltbank-Bericht erstmals auf unter zehn Prozent zurückgehen. „Dies ist die beste Geschichte der Welt heute“, jubelt der Weltbank-Präsident.

Die extreme Armut in der Welt wird dieses Jahr nach Angaben der Weltbank erstmals auf unter zehn Prozent zurückgehen. Dieses Jahr würden rund 702 Millionen Menschen in extremer Armut leben, dies seien nur noch 9,6 Prozent der Weltbevölkerung, schrieb die Weltbank in einem am Sonntag veröffentlichten Bericht. Im Jahr 2012 lag der Wert mit 902 Millionen oder 12,8 Prozent noch deutlich höher.

„Dies ist die beste Geschichte der Welt heute – diese Hochrechnungen zeigen uns, dass wir die erste Generation in der Geschichte der Menschheit sind, die die extreme Armut beenden kann“, sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim.

Zur Linderung der Not hätte die weltweite Konjunktur in den vergangenen Jahren beigetragen, erklärte Kim. Starkes Wachstum hätten insbesondere die aufstrebenden Volkswirtschaften in Schwellenländern wie Indien verzeichnet. Auch die Investitionen in Bildung, Erziehung und im Gesundheitswesen hätten sich positiv ausgewirkt.

Die Frage, wie viele Menschen in extremer Armut leben, ist allerdings davon abhängig, wo man die Grenze setzt. Lange Zeit galten Menschen als extrem arm, wenn sie nicht mehr als 1,25 Dollar am Tag zu Verfügung hatten. Etliche Wissenschaftler hatten den Wert vor dem Hintergrund hoher Lebensmittelpreise wiederholt als zu niedrig kritisiert. Inzwischen zieht die Weltbank die Armutsgrenze bei 1,90 Dollar pro Tag.

Weltbank-Präsident Kim warnte jedoch vor einer Verlangsamung des Wachstums der globalen Wirtschaft, aber auch vor instabilen Finanzmärkten, kriegerischen Konflikten, hoher Jugendarbeitslosigkeit und den Folgen des Klimawandels.

Die weltweite Beendigung der extremen Armut bis 2030 ist ein Ziel der kürzlich beschlossenen „Agenda 2030“ der Vereinten Nationen. Sie umfasst insgesamt 17 Ziele und 169 Unterziele.

„Unser Ziel ist in Reichweite, aber nur wenn auch die nationalen Regierung politischen Plänen entwickeln, um Millionen von Menschen aus der extremen Armut zu befreien“, fordert Kim.

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