EU-Ebola-Koordinator Stylianides fordert noch mehr medizinisches Personal

Von der Verteidigung zum Angriff übergehen: Ebola-Koordinator Stylianides fordert mehr Engagement gegen die Seuche. Foto: EC

Die EU hat erneut ihre Finanzhilfen im Kampf gegen Ebola aufgestockt. Doch die Situation bleibt laut EU-Koorrdinator Christos Stylianides und Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis extrem gefährlich.

Nach einer Reise nach West-Afrika forderten EU-Koordinator Christos Stylianides und Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den von Ebola betroffenen Länder Sierra Leone, Liberia und Guinea.

„Die gefährlichsten Orte befinden sich in den Grenzregionen zwischen den betroffenen Ländern. Sie müssen stärker regional kooperieren. Nur gemeinsam können sie die Epidemie besiegen“, erklärte Stylianides am Dienstag in Brüssel. 

Zugleich kündigte der Ebola-Beauftragte an, noch mehr medizinische Teams anfordern: „Wir brauchen mehr Helfer – heute und nicht morgen.“ 

EU-Gesundheitskommisar Andriukaitis bezeichnete die Lage in den Ebola-Gebieten als weiterhin „extrem fragil“. Im Kampf gegen die Seuche müsse Europa nun den Schalter umlegen von Verteidigung zu Angriff. Man benötige künftig mehr Krankenschwestern und Sanitäter, um ein stabiles Gesundheitssystem in den betroffenen Ländern aufzubauen, so Andriukaitis.

Deutschland unterstützt die internationale Hilfe mit einer Luftbrücke nach Monrovia. Erst am gestrigen Montag kündigte die EU eine Aufstockung der finanziellen Mittel um weitere 29 Millionen Euro an. Damit erreicht die Unterstützung der EU – inklusive der Beiträge der Mitgliedsländer – knapp 1,1 Milliarden Euro.

17 Millionen der neuen Mittel sind für den Transport von Hilfsgütern und für die Evakuierung von internationalen Helfern gedacht. Der Rest soll für die Vorbeugung eingesetzt werden: Vor allem in den Nachbarstaaten der von Ebola betroffenen Länder.

Das Zentrum für Notfallabwehrkoordinierung der Europäischen Kommission (ERCC) überwacht die Entwicklungen seit dem Ausbruch der Epidemie im März. Es wurde eine EU-Ebola-Taskforce eingesetzt, in der die Mitgliedstaaten, Dienststellen der Kommission, der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) sowie Vertreter der UN und von NGOs zusammenarbeiten. Die Taskforce kommt täglich zu Treffen im ERCC zusammen, das als Plattform zur Koordinierung der europäischen Reaktion fungiert.

An der Ebola-Seuche sind in Westafrika bislang mehr als 5.000 Menschen gestorben. 

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