Die EU-Außenminister warnen, dass Spannungen im Zusammenhang mit dem Zugang zu Wasser in den nächsten zehn Jahren steigen werden. Sie verweisen auf das Potenzial von „Wasser-Diplomatie“.
Das Thema Wassersicherheit stand zwar auf der Agenda des EU-Außenministertreffens vom Montag (22. Juli), zur Diskussion kam es jedoch aufgrund der vollen Tagesordnung nicht. So hieß es aus diplomatischen Kreisen gegenüber EURACTIV, dass die Minister lediglich die vorbereiteten Schlussfolgerungen des Rates billigten.
Darin wird festgestellt, dass Wasserkonflikte die Stablität in vielen Teilen der Welt und damit die Interessen der EU sowie den internationalen Frieden und Sicherheit gefährden könnte. Der Klimawandel und demographische Entwicklung kämen erschwerend hinzu.
Etwa 783 Millionen Menschen – 11 Prozent der Weltbevölkerung – haben laut Vereinten Nationen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Die Minister betonen, dass Wasser und Sanitärversorgung bei der Gestaltung der Nachfolger der Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) berücksichtig werden sollen. Diese laufen 2015 aus. Zudem betonen sie die Notwendigkeit der Stärkung der Frauen, Zivilgesellschaft und lokaler Gemeinschaften, indem diesen eine stärkere Stimme in der Wasser-Diplomatie gegeben wird.
Begrüßt wurde das Ergebnis der "EU Water Security Mapping Initiative", das ein Bild des Engagements der einzelnen Mitgliedsstaaten im Bereich der grenzüberschreitenden Herausforderungen bei der Wassersicherheit geliefert habe.
Das Nil-Becken, der Nahe Osten, die Sahelzone, der Mekong und Zentralasien gehören zu den Sorgenregionen. EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton wird aufgefordert, mit den betroffenen Ländern zu verhandeln, um zu Lösungen zu kommen.
EURACTIV.com
Links
EURACTIV Brüssel: Foreign ministers promote ‘water diplomacy’ (23. Juli 2013)
Council of the European Union: Council conclusions on EU water diplomacy (22. Juli 2013)
Council of the European Union: Press release – 3254th FOREIGN AFFAIRS Council meeting (provisional version) (22 Juli 2013)

