Am 5. April sind es noch 1.000 Tage, um die Millenniumsentwicklungsziele zu erreichen. Trotz bislang „bemerkenswerter“ Ergebnisse wächst in vielen Teilen der Welt die Ungleichheit, warnt UN-Generalsekretär Ban Ki-moon.
"Wir müssen das Beste aus den kommenden 1.000 Tagen herausholen und das Millenniumsversprechen einhalten", schreibt UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in einem Gastbeitrag im Tagesspiegel. Anlass ist der 5. April: Dann sind es noch 1.000 Tage, um die Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) zu erreichen, die im Jahr 2000 beschlossen wurden.
Ban lobt die "bemerkenswerten Ergebnisse" der "sehr ambitionierten" Ziele. So lebten nun 600 Millionen Menschen weniger in extremer Armut. Ein Minus von 50 Prozent. Eine Rekordzahl an Kindern besuche eine Grundschule und zum ersten Mal seien es genau so viele Mädchen wie Jungen. "Die Mütter- und Kindersterblichkeit ist gesunken. Durch gezielte Investitionen in den Kampf gegen Malaria, HIV/Aids und Tuberkulose konnten Millionen Menschenleben gerettet werden. In Afrika sank die Zahl der Aids-Toten in den vergangenen sechs Jahren um ein Drittel", schreibt Ban.
Dennoch gebe es Ziele, bei denen mehr Fortschritt gebraucht wird: "Noch immer sterben zu viele Frauen während der Geburt, obwohl wir sie retten können. Noch immer fehlt es in manchen Gebieten an einfachsten Sanitäreinrichtungen." In vielen Teilen der Welt wachse die Ungleichheit, und zu viele Menschen blieben unbeachtet.
Ban schlägt vier Punkt vor, auf die sich die internationale Gemeinschaft einigen sollte, um schnellere Fortschritte zu erzielen. Hierzu gehören strategische und gezielte Investitionen, die einen Multiplikatoreneffekt bewirken und auch in anderen Bereichen Erfolge verstärken. Zudem müsse man sich auf die ärmsten Länder konzentrieren, in denen 1,5 Milliarden Menschen leben. Vieler dieser Länder hätten bislang kein einziges der Millenniumsziele erreicht.
Schließlich müssten finanzielle Versprechen gehalten werden und die 1.000-Tage-Marke ein weltweiter Aufruf zum Handeln sein, so Ban. Die MDGs hätten bewiesen, dass weltweite Entwicklungsziele einen "entscheidenden Unterschied erbringen können. Sie können mobilisieren, vereinigen und inspirieren. Sie können zu Innovationen führen und die Welt verändern." So würden Erfolge in den kommenden 1.000 Tagen nicht nur das Leben von Millionen Menschen verbessern, sie würden auch zu neuem Antrieb für die Zeit nach 2015 führen.
dto
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Tagesspiegel: In vielen Teilen der Welt wächst die Ungleichheit (28. März 2013)

