Ebola-Ausbruch in Westafrika: EU erhöht Fördermittel

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Die EU-Kommission stellt weitere zwei Millionen Euro zur Bewältigung des schlimmsten Ebola-Ausbruchs, der jemals verzeichnet wurde, bereit. Damit beläuft sich der Gesamtbetrag der von der Brüsseler Behörde zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika geleisteten Hilfe auf 3,9 Millionen Euro.

„Der Grad der Verseuchung vor Ort ist immer noch besorgniserregend hoch und wir müssen unsere Anstrengungen verstärken, damit nicht noch mehr Menschen ihr Leben verlieren“, erklärte Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion.

„Die EU hat Sachverständige in die betroffenen Länder entsandt, die die Lage einschätzen und in Bezug auf die Hilfe mit den Behörden zusammenarbeiten sollen“, so Georgieva. „Wir brauchen aber dauerhafte Anstrengungen seitens der internationalen Gemeinschaft, um Westafrika bei der Bewältigung dieser Bedrohung zu unterstützen.“

Die zusätzlichen EU-Mittel sollen dazu beizutragen, die Ausbreitung der Epidemie einzudämmen und unmittelbare Gesundheitsversorgung für die betroffenen Gemeinschaften zu leisten. Die Unterstützung der EU wird über die folgenden Partnerorganisationen bereitgestellt:

• die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Ausrüstung bereitstellt, die Ministerien für Gesundheit berät und Koordinierung und epidemiologische Überwachung leistet;

• die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“, die das klinische Management von Erkrankungsfällen unterstützt, einschließlich der Isolierung und der psychosozialen Unterstützung von Patienten und der Beobachtung von Verdachtsfällen;

• der internationale Verband der nationalen Gesellschaften des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds, der die nationalen Gesellschaften des Roten Kreuzes dabei unterstützt, die Gemeinschaft zu sensibilisieren, präventive Hygienemaßnahmen durchzuführen und für die sichere Beisetzung von Ebola-Opfern zu sorgen.

Die Ebola-Epidemie fordert in den drei betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone immer mehr Opfer. Seit Beginn des Ausbruchs haben sich über 1.200 Menschen angesteckt, mehr als 670 sind gestorben, darunter viele medizinische Fachkräfte. Zudem wurde bestätigt, dass in Lagos (Nigeria) am 26. Juli ein Patient an Ebola verstarb. In anderen westafrikanischen Ländern vermutete weitere Fälle wurden untersucht, wobei das Ergebnis negativ war. Der WHO zufolge handelt es sich in Bezug auf die Anzahl der Erkrankungsfälle, der Todesopfer und die geografische Reichweite um den größten jemals verzeichneten Ausbruch.

Das Risiko, dass sich das Virus nach Europa ausbreitet, ist derzeit gering, da die meisten Fälle in entlegenen Gebieten der betroffenen Länder auftreten und den Erkrankten und denjenigen, die mit Erkrankten Kontakt haben, angeraten wird, sich zu isolierten. Allerdings prüft das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) ständig die Lage und hat mehrere rasche Risikobewertungen herausgegeben mit Leitlinien für das Vorgehen, falls Verdachtsfälle in der EU auftreten sollten. Bislang wurden bei nach Europa zurückkehrenden Reisenden keine Erkrankungsfälle festgestellt.

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