Das Europäische Jahr der Entwicklung 2015: Details zeichnen sich ab

Das kommende Jahr wird das Europäische Jahr der Entwicklung. Foto: [Pump Aid/flickr]

Die EU erklärt das kommende Jahr zum „Europäischen Jahr der Entwicklung 2015“. Details über Events und Themenschwerpunkte wurden am Dienstag in Brüssel bekannt gegeben. EURACTIV Brüssel berichtet.

EU-Themenjahre gibt es seit 1983. Zum ersten Mal ist das Europäische Jahr einem so umfassenden Thema wie der Entwicklung gewidmet.

Die Initiative dazu kam aus Lettland. Die erste Veranstaltung zum Europäischen Jahr der Entwicklung 2015 wird am 8. Januar in der lettischen Hauptstadt Riga stattfinden. Sie markiert den Beginn der ersten EU-Ratspräsidentschaft des Landes. 

Das kommende Jahr sei in Bezug auf Veranstaltungen und Entscheidungen „zukunftsträchtig“, sagt Seamus Jefferson, Leiter von CONCORD Europe, dem europäischen Dachverband für Soforthilfe und Entwicklungshilfe. Das gelte auch für die 21. UN-Klimakonferenz im Dezember 2015 in Paris und für die Entscheidungen zur Entwicklungshilfeagenda nach 2015.

Im nächsten Jahr laufen aber auch die Millenniums-Entwicklungsziele aus. Und viele Mitgliedsstaaten bleiben hinter den gesteckten Zielen zur Hilfe bei der Armutsbekämpfung zurück.

Das Europäische Jahr der Entwicklung 2015 soll ein breiteres Publikum für das Thema gewinnen. Darin sind sich Kommissionsvertreter, Kommunikationsexperten und NGO-Vertreter einig.

Eine Studie von WeberShandwick zeigt auf, wie das geschafft werden könnte. Man müsse Begriffe wie „Selbstständigkeit“ und „Stärkung der Stellung der Frauen“ in den Vordergrund stellen. Sie würden eher greifen als Ziele wie die „Beendigung von Armut“. Dieses Thema würde eher Skepsis auslösen, sagt Julian Lambertin, Strategiechef bei WeberShandwick.

Die Altersgruppe von 15 bis 24 Jahren zeigt Kommissionsangaben zufolge die größte Aufgeschlossenheit zum Thema internationale Entwicklungshilfe. Sie zählen deshalb zur Zielgruppe, die die Kampagne von 2015 erreichen will.

Die Kampagne will auch die Menschen in den neuen Mitgliedsstaaten, insbesondere in den zentraleuropäischen Ländern erreichen. Bisher haben sie sich nicht besonders an Entwicklungsaktivitäten beteiligt. Wichtige Zeitungen und Fernsehsender in allen Mitgliedsstaaten werden voraussichtlich an der Kampagne teilnehmen.

Themenschwerpunkte

Die zahlreichen Veranstaltungen des Europäischen Jahres der Entwicklung werden sich auf zwölf Themenschwerpunkte konzentrieren. Im Januar lautet das Thema „Europa in der Welt“, im Februar „Bildung“, im März „Frauen und Mädchen“, im April „Gesundheit“, im Mai „Frieden und Sicherheit“, im Juni „Nachhaltiges, grünes Wachstum, gute Jobs und Unternehmen“, im Juli „Kinder und Jugend“, im August „Humanitäre Hilfe“, im September „Demographie und Migration“, im Oktober „Ernährungssicherheit“, im November „Nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz“ und im Dezember „Menschenrechte und Regierungsgewalt“.  

Zu den wichtigsten Events des Jahres zählen die belgische Eröffnungsveranstaltung am 17. Januar, eine Veranstaltung zur Geschlechtergleichstellung am 2. März, die Europäischen Entwicklungstage am 2. und 3. Juni sowie die Schlussveranstaltung unter luxemburgischer Ratspräsidentschaft am 8. Dezember. 

Seit 1983 gibt es die Themenjahre der EU. Die Kommission schlägt die Themen vor. Das Europaparlament und die Regierungen der Mitgliedsstaaten müssen diesem Vorschlag zustimmen. Das Themenjahr soll das Bewusstsein der Europäer für ein bestimmtes Thema schärfen und ihre Haltung dazu verändern

Das wird auch vom Europäischen Jahr der Entwicklung 2015 erwartet. Es soll den Bürgern das Thema Entwicklungshilfe zugänglich machen. Dabei spielt der finanzielle Aspekt eine wichtige Rolle. Man will den Bürgern klarmachen, dass jeder in den ärmsten Ländern der Welt ausgegebene Euro der örtlichen Bevölkerung, aber auch den EU-Bürgern selbst hilft. 

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