Dänemark nominiert Millenniums-Entwicklungsziele für Friedensnobelpreis

Christian Friis Bach ist einer von mehreren dänischen Politikern, die die MDGs für den Friedensnobelpreis nominierten. Foto: [United Nations Economic Commission for Europe]

Auszeichnung für den Kampf gegen Armut, Krankheiten und schlechte Bildung: Dänemarks Entwicklungshilfe-Minister Mogens Jensen hat zusammen mit acht seiner Vorgänger die Millenniums-Entwicklungsziele für den Friedensnobelpreis nominiert. EURACTIV Brüssel berichtet.

Die acht Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) bilden die Blaupause für die Entwicklungspolitik. Die Länder und die wichtigsten Entwicklungsinstitutionen hatten sich im September 2000 auf die MDGs geeinigt. Sie reichen von der Halbierung der extremen Armut bis 2015, über den Stopp der Ausbreitung von HIV/AIDS bis hin zur allgemeinen Grundschulausbildung.

Die dänischen Minister hinter der Nominierung haben in den vergangenen 15 Jahren allesamt mit den MDGs gearbeitet und versucht, sie umzusetzen. Zu den Ministern zählen Christian Friis Bach, derzeit Exekutivsekretär bei der UN-Wirtschaftskommission für Europa, Anita Bay Bundegaard, Direktorin und UN-Vertreterin bei Save the Children in Genf sowie der frühere Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe,Poul Nielson.

Die 2015-Ziele hätten seit ihrer Zusammenstellung um die Jahrhundertwende eine große und bemerkenswerte Rolle bei der Unterstützung von Entwicklung weltweit gespielt, sagte Jensen in einer Mitteilung im Namen der Minister.

„Zum ersten Mal kamen führende Politiker der ganzen Welt für diese Art von Erklärung zusammen. Die Ziele tragen zu sehr konkreten Ergebnissen wie der Halbierung der extremen Armut bei. Sie haben auch bewirkt, dass heute neun von zehn Kindern zur Schule gehen. Die Ziele haben die Weltgesellschaft versammelt, um eine Vision zur Schaffung von Entwicklung, Stabilität und besseren Bedingungen in vielen Ecken der Welt zu erstellen. Sie tragen zum Kampf für eine  friedlichere Welt bei und verdienen deshalb eine Nominierung für den Friedensnobelpreis“, so Jensen.

Das MDG-Ziel zur Halbierung der extremen Armut wurde fünf Jahre vor dem Zieldatum erreicht. 2010 lebten etwa 700 Millionen Menschen weniger in extremer Armut als 1990. Das Ziel einer allgemeinen Grundschulbildung wurde beinahe erreicht. Die Einschulungsrate stieg zwischen 2000 und 2011 von 83 Prozent auf 90 Prozent. Die Zahl der Kinder, die keine Schule besuchen, fiel von 102 Millionen im Jahr 2000 auf 57 Millionen im Jahr 2011. Nach UN-Angaben werden Erfolge im Bereich Bildung Auswirkungen auf alle MDGs haben.

Eines der MDG-Ziele ist die Förderung der Gleichstellung von Frauen und die Stärkung der Rolle der Frau. Die Geschlechterlücke beim Bildungszugang schließt sich zwar zunehmend. Regionale Ungleichheiten bei allen Bildungsniveaus bestehen aber nach wie vor.

In allen Entwicklungsregionen wurden große Fortschritte bei der Verringerung der Geschlechterlücke beim Grundschulbesuch erzielt. Insbesondere in Nordafrika, Subsahara-Afrika und Westasien haben Mädchen aber immer noch keinen ungehinderten Zugang zu Schulbildung.

Dieses Jahr sollen die MDGs bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen im September durch neue Ziele ersetzt werden. Die Dänen wollen die nächsten fünfzehn Jahre der Bildung, den Frauenrechten, dem Frieden, der Sicherheit und der nachhaltigen Entwicklung widmen. Dabei sollen das grüne Wachstum, Wasser, Energie und das Klima im Vordergrund stehen.

Die Nominierungsfrist für den Friedensnobelpreis endete am 1. Februar.

  • September 2015: Gipfel für die Bestimmung neuer Ziele, die auf den Erfolgen der MDGs aufbauen

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