Transparenz der Entwicklungszusammenarbeit – Anspruch und Realität

Bsiher wurden frei zugängliche Daten und die Effektivitätsmessung der internationalen Entwicklungshilfezusammenarbeit (ODA) zu wenig beachtet.

Seit der Milleniumserklärung von 2000 beschäftigten sich mehrere hochrangige Foren mit der Wirksamkeit von Entwicklungsgeldern. 2008 wurde in Ghana die “International Aid Transparency Initiative” (IATI) gestartet. Diese globale Initiative sammelt ODA-Daten unterschiedlicher Geldgeber und soll für mehr Transparenz bei den Ausgaben der Entwicklungszusammenarbeit sorgen.

Zeitstrahl der Agenda zur ODA-Wirksamkeit

  • 2005: Paris, Frankreich: Pariser Erklärung
  • 2008: Accra, Ghana: „Aktionsplan“/Launch der freiwilligen Initiative und Datenbank IATI (International Aid Transparency Initiative)
  • 2011: Busan, Südkorea: Entwicklungspartnerschaft von Busan (Open Government Partnership) bestätigt internationale IATI-Standards und verpflichtet sich, bis 2015 Transparenz in die Entwicklungsausgaben zu bringen.
  • 2013: UN fordert „Datenrevolution in der Entwicklung“
  • 2015: Nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs) schreiben Zugänglichkeit von Informationen und Daten vor
  • 2011 veröffentlichte die NGO „Publish What You Fund“ die erste IATI-Auswertung der ODA-Rohdaten von unterschiedlichen Geldgebern.

Die IATI-Standards werden seit 2013 angewendet: Sie umfassen 39 Indikatoren und ein Punktesystem, die eine bessere Beurteilung der Transparenz und Wirksamkeit der ODA ermöglichen sollen.

Die Transparenz-Datenbank

Indikatoren für die IATI-Evaluierung

  • Transparenzbemühungen
  • Offenlegung auf Organisationsebene
  • Offenlegung auf Aktivitätsebene

IATI bezieht Daten von:

  • Entwicklungsagenturen/-organisationen (NGOs)
  • EU-Kommission
  • Nationalen Ministerien
  • Entwicklungsbanken
  • Privaten Fonds/Geldgebern

Dem IATI-Ranking zufolge erreicht das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) eine Transparenzrate von über 90%.

Top-5 der besten Geldgeber im IATI-Transparenz-Ranking

  1. Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP): 93%
  2. Millennium Challenge Corporation (MCC): 89,6%“
  3. UNICEF: 89,5%“
  4.  Britisches Entwicklungsministerium (DFID): 88,3%“
  5. Globaler Fonds: 86,9%“

Die meisten Organisationen bleiben laut IATI-Auswertung hinter den Transparenz- und Wirksamkeitserwartungen zurück.
Seit 2014 haben nur 18 Organisationen die Buchführung ihrer Hilfsleistungen qualitativ und quantitativ verbessert.