Verbraucherschützer fordern wegen steigender Gaspreise Aufschlag beim Wohngeld

In Deutschland sind die Gasspeicher im Vergleich zu den Vorjahren gering befüllt und Verbraucherschützer fordern eine Erhöhung des Wohngeldes. EPA-EFE/FOCKE STRANGMANN

Verbraucherschützer fordern angesichts der deutlich steigenden Gaspreise Hilfen für einkommensschwache Haushalte, während in Deutschland die Gasspeicher um die 70% voll sind, statt den üblichen 90%.

„Steigende Preise sollte man abfedern, indem das Wohngeld für Haushalte mit niedrigem
Einkommen aufgestockt wird“, sagte Thomas Engelke vom Dachverband Verbraucherzentrale Bundesverband der Welt.

„Im Fall von Haushalten, die kein Wohngeld bekommen, muss die Regierung alles tun, dass bei ausbleibenden Zahlungen keine Gassperren verhängt werden und die Menschen im Kalten sitzen.“

Der Preisanstieg beim Gas sei „besorgniserregend“, sagte Engelke der Zeitung. „Die Großhandelspreise für Gas haben sich in den vergangenen zwölf Monaten verdreifacht. Es ist auch für Privatkunden im kommenden Jahr mit weiteren, deutlichen Preissteigerungen zu rechnen“, prognostiziert er. Besorgniserregend sei auch die Versorgungssicherheit.

„Inwiefern gestiegene Großhandelspreise bei den Endkunden ankommen, ist noch nicht klar“, fordert die energiepolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Julia Verlinden in der Welt.

Die Bundesregierung müsse jetzt bei den Versorgern klären, welche Preisentwicklung ab Januar 2022 zu erwarten seien. „Auf dieser Grundlage kann die Politik schauen, wo es unzumutbare Härten gibt und wo Unterstützung nötig ist.“

Nach Expertenangaben sind die deutschen Gasspeicher derzeit zu 70 Prozent gefüllt – üblich sind vor Beginn der Heizperiode 90 Prozent. Der Energieexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Johann Saathoff, beruhigte: „Um Versorgungsengpässe in der Zukunft müssen wir uns keine Sorgen machen. Die Europäische Union ist mit großen Importpipelines verbunden, die die Versorgung gewährleisten.“

Zudem gebe es eine Vielzahl an Flüssiggas-Terminals, die Erdgas aus der ganzen Welt importieren könnten.

Allerdings zeigen die derzeitigen Lagerbestände laut der FDP eine grundsätzliche Schwachstelle der Gas-Versorgung in Deutschland. Dass die Speicher nicht rechtzeitig gefüllt worden seien, sei „politisches Versagen“, sagte der energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Martin Neumann, der Welt.

„Wir brauchen klare Strukturen, wer seitens des Staats dafür zuständig ist und über die Versorgungssicherheit wacht,“ fügte er hinzu.

Die Organisation der Gas-Lagerbestände ist laut dem Blatt nicht staatlich reguliert, sondern Sache der Energieunternehmen. Die Bundesregierung lehne staatliche Eingriffe ab.

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