Tschechien plant Flüssiggas-Importe per Zug aus dem Baltikum

Die neue Anlage ist nicht der einzige Plan für den Import von LNG in das Binnenland. Anfang Mai erklärte Premierminister Petr Fiala nach einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz, dass Tschechien mit Deutschland über die gemeinsame Nutzung von LNG-Gasterminals verhandeln werde, die die deutsche Regierung zu bauen beabsichtigt. [Shutterstock/Maksim Safaniuk]

Der staatliche tschechische Kraftstoffhändler Čepro plant den Bau eines Terminals für verflüssigtes Erdgas (LNG) im Land, damit Gas aus den baltischen Staaten per Zug importiert werden kann.

In Zukunft könnte auch ein Transport per Schiff möglich sein, wenn die Befahrbarkeit der Elbe geklärt ist.

Die geplante LNG-Umschlaganlage sei ein möglicher Schritt zur Verbesserung der tschechischen Energiesicherheit, sagte Čepro-Direktor František Todt am Mittwoch (11. Mai) auf einer vom parlamentarischen Wirtschafts- und Sicherheitsausschuss organisierten Konferenz. Čepro befindet sich zu 100 Prozent im Besitz des tschechischen Finanzministeriums.

Die neue Anlage ist nicht der einzige Plan für den Import von LNG in das Binnenland. Anfang Mai erklärte Premierminister Petr Fiala nach einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz, dass Tschechien mit Deutschland über die gemeinsame Nutzung von LNG-Gasterminals verhandeln werde, die die deutsche Regierung zu bauen beabsichtigt.

Etwa 99 Prozent der Gaslieferungen in die Tschechische Republik werden aus Russland über Deutschland importiert.

Wie andere europäische Länder möchte sich auch die Tschechische Republik von russischer Energie unabhängig machen. Während die Regierung derzeit nach Alternativen sucht, fließen die Erdgaslieferungen aus Russland vorerst weiter.

„Die Gaslieferungen in die Tschechische Republik sind ununterbrochen, und die heimischen Lagerstätten füllen sich mit mehr als 25 Millionen Kubikmetern pro Tag, was etwa dem doppelten Verbrauch eines Sommertages entspricht“, sagte Industrie- und Handelsminister Jozef Sikela.

Laut Síkela ist die Tschechische Republik von der Ankündigung der ukrainischen Behörden vom Mittwoch (11. Mai), die Gaslieferungen über die ukrainische Anlage Sochranovka einzustellen, nicht betroffen.

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