Slowakei und Tschechien stellen Förderung von Gasheizungen ein

Bis vor kurzem galt Erdgas in der Slowakei, Tschechien und anderen kohleabhängigen Ländern als Übergangsbrennstoff. Unter den neuen Umständen infolge der russischen Invasion in der Ukraine müssen diese Länder ihre alten Strategien, die auf die Unterstützung von Erdgas setzten, überdenken. [Shutterstock/OlegRi]

Um die Abhängigkeit von russischem Erdgas zu verringern, müsse man die Subventionen für Erdgas in Zentralheizungen einstellen, sagte der Staatssekretär des slowakischen Wirtschaftsministeriums, Karol Galek, da Tschechien dasselbe tue.

Bis vor kurzem galt Erdgas in der Slowakei, Tschechien und anderen kohleabhängigen Ländern als Übergangsbrennstoff. Unter den neuen Umständen infolge der russischen Invasion in der Ukraine müssen diese Länder ihre alten Strategien, die auf die Unterstützung von Erdgas setzten, überdenken.

„Wir schränken die Unterstützung für gasbefeuerte Boiler im Einklang mit den Bemühungen der Europäischen Kommission ein, Wege zu finden, sich so schnell wie möglich von der Abhängigkeit von russischem Gas zu befreien“, sagte die tschechische Umweltministerin Anna Hubáčková.

Beide Länder haben Erdgasheizkessel für Haushalte mithilfe spezieller Fonds subventioniert. Die Slowakei hat deren Installation aus dem staatlichen Modernisierungsfonds unterstützt, aber auch Subventionen in den Nationalen Konjunktur- und Resilienzplan aufgenommen. Der Staatssekretär des Umweltministeriums, Michal Kiča, bestätigte, dass „dies nicht länger der Fall sein wird.“

„Erdgas als Übergangskraftstoff gehört der Vergangenheit an“, sagte Kiča.

Tschechien förderte den Austausch alter Heizkessel durch nachhaltigere Alternativen, darunter auch Gasboiler, im Rahmen des „New Green Savings Programme“. Das tschechische Umweltministerium beschloss Mitte April, die Programmbedingungen zu ändern und Gas von staatlicher Förderung auszuschließen.

Ähnlich wie in der Slowakei wird das tschechische „New Green Savings Programme“ teilweise aus dem tschechischen nationalen Konjunkturprogramm finanziert.

Um die Abhängigkeit von russischem Erdgas zu verringern, müsse man die Subventionen für Erdgas in Zentralheizungen einstellen, sagte der Staatssekretär des slowakischen Wirtschaftsministeriums, Karol Galek, da Tschechien dasselbe tue.

Änderungen an den nationalen Konjunkturprogrammen erfordern jedoch neue Verhandlungen mit der Europäischen Kommission, die den Änderungen grünes Licht erteilen muss.

„Nur in Ausnahmefällen kann der Mitgliedstaat eine Änderung des Konjunkturprogramms beantragen. Der Mitgliedstaat müsste dann nachweisen, dass er einen Teil seines Plans aufgrund objektiver Umstände nicht mehr umsetzen kann. Dies würde eine strenge Einzelfallprüfung durch die Kommission zusammen mit dem betreffenden Mitgliedstaat erfordern“, erklärte die Kommission.

Erdgas spielt in der Slowakei eine wichtige Rolle bei der Wärmeversorgung. Nach Angaben des slowakischen Gas- und Ölverbands sind 38 Prozent der Haushalte an das Zentralheizungssystem angeschlossen, das hauptsächlich mit Gas betrieben wird. Der Rest wird individuell beheizt, aber von diesen haben 86 Prozent einen Gasboiler. Anstelle von Gas wird der neue Schwerpunkt auf der Erschließung heimischer Energiequellen wie der Geothermie liegen.

In Tschechien verwendet die Hälfte aller Haushalte Gas zum Heizen. Während Erdgas in der Vergangenheit stark gefördert wurde, wird es ab dem 1. Mai keine Subventionen mehr für Gasboiler geben. Das tschechische Umweltministerium sieht alternative Wärmequellen in erneuerbaren Energien und Wärmepumpen.

Ein solcher Plan spiegelt sich auch in den Subventionsregelungen wider. Tschechische Haushalte haben jetzt Anspruch auf eine höhere Förderung für Wärmepumpen.

Während Wärmepumpen und erneuerbare Energien als beste Option angesehen werden, weil sie keine Emissionen ausstoßen, stehen Tschechien und andere europäische Länder vor einer ernsten Materialknappheit. Jetzt müssen diejenigen, die ihre alte und emissionsintensive Heizquelle ersetzen wollen, monatelang auf die Lieferung und Installation ihrer Wärmepumpen warten.

Subscribe to our newsletters

Subscribe