Slowakei könnte Stromriesen verstaatlichen, um Orbans Kontrollübernahme zu verhindern

SSE gehört zur kritischen Infrastruktur. Aus diesem Grund muss jeder Kauf von Anteilen von der Regierung genehmigt werden. Außerdem hat der Staat ein Vorkaufsrecht. [Shutterstock / Robson90]

Ungarns größter staatlicher Stromversorger MVM bietet derzeit 1,2 Milliarden Euro für eine Minderheitsbeteiligung am zweitgrößten slowakischen Stromversorger Stredoslovenská energetika a.s (SSE).

Wirtschaftsminister Richard Sulík (SaS/ECR) wird von Koalitionspartnern, Oppositionspolitiker:innen und Arbeitgeberverbänden unter Druck gesetzt, diese Gelegenheit zu nutzen, um die volle Kontrolle über SSE zu übernehmen.

Das ungarische Angebot – das angeblich weit über dem der anderen Kaufinteressenten, der deutschen E.ON und der tschechischen ČEZ, liegt – könnte es Orban ermöglichen, die Macht über die Strompreise in Teilen der Slowakei zu erlangen, wo SSE der größte Anbieter ist.

Derzeit gehört der Minderheitsanteil der Energetický a průmyslový holding (EPH), die dem tschechischen Milliardär Daniel Křetínský und dem Slowaken Peter Tkáč untersteht. Křetínský und Tkáč werden ihre Anteile jedoch verkaufen. Angeblich will Křetínský mit dem Geld seine Investition in den englischen Fußballverein West Ham United finanzieren.

SSE ist Teil der kritischen Infrastruktur der Slowakei; jeder Kauf von Aktien muss von der Regierung genehmigt werden. Außerdem hat der Staat ein Vorkaufsrecht.

Sulík ist dafür bekannt, dass er den Staat nicht für einen guten Eigentümer hält. Seine Partei Freiheit und Solidarität hatte vor, Slovenský plynárenský priemysel (SPP), den größten Energieversorger des Landes, zu privatisieren.

Subscribe to our newsletters

Subscribe