Gaspipeline zur Verbindung von Polen und Litauen geht in Betrieb

Die neue 580 Kilometer lange Leitung wird Polen mit zwei Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr versorgen, was 10 Prozent des polnischen Jahresbedarfs deckt, und im Oktober ihre volle Kapazität erreichen. [EPA-EFE/PAWEL SUPERNAK]

Polen hat eine neue Gaspipeline aus Litauen in Betrieb genommen, nachdem der russische Gaskonzern Gazprom am 27. April die Lieferungen an das Land eingestellt hatte.

Die seit 2020 im Bau befindliche Gasverbindungsleitung Polen-Litauen (GIPL) wurde am Samstag (30. April) in Betrieb genommen.

Die neue 580 Kilometer lange Leitung wird Polen mit zwei Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr versorgen, ungefähr 10 Prozent des polnischen Jahresbedarfs, und im Oktober ihre volle Kapazität erreichen.

„Wie geplant, fließt ab heute Gas aus Litauen nach Polen. Am 5. Mai wird eine andere Leitung in Betrieb genommen, die eine größere Durchleitung ermöglicht. Polen ist in Sachen Energie sicher“, schrieb die polnische Klima- und Umweltministerin Anna Moskwa auf Twitter.

„Die GIPL-Gaspipeline ist ein Meilenstein in der Geschichte der Entwicklung der Energieunabhängigkeit zwischen Litauen und Polen“, so Nemunas Biknius, CEO von Amber Grid, dem wichtigsten Gasnetzbetreiber Litauens.

„Mit der Möglichkeit, Gas über die Verbindungsleitung zu importieren und zu exportieren, haben Litauen und Polen nicht nur ihre eigene Energiesicherheit erhöht, sondern auch die der baltischen Staaten und Finnlands“, fügte er hinzu.

Der Ausbau des polnischen Gasnetzes ist auch eine Chance für die mitteleuropäischen Länder, vom russischen Gas unabhängig zu werden. So bauen Polen und die Slowakei eine Pipeline, die es Bratislava ermöglichen soll, Flüssigerdgas aus dem Flüssigerdgas-Terminal in Swinemünde zu importieren.

Auch Tschechien hat sein Interesse an polnischem Gas bekundet, da das Land befürchtet, dass Russland die Gaslieferungen drosseln wird.

Der tschechische Premierminister Petr Fiala bat den polnischen Premierminister Mateusz Morawiecki am Freitag (27. April) um Hilfe, um von den russischen Ressourcen unabhängig zu werden. Morawiecki versicherte daraufhin, Polen werde alles in seiner Macht Stehende tun, um zu helfen.

Polen plant außerdem, in den nächsten Jahren mehrere neue Pipelines in Betrieb zu nehmen, darunter die Baltic Pipe, die ab Oktober jährlich 10 Milliarden Kubikmeter Gas aus Norwegen liefern soll.

Laut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck tritt Polen damit direkt in den Wettbewerb mit Deutschland, denn diese Pipeline werde ein Ypsilon formen, dass die Versorgung von Deutschland um diesen Wert verringere.

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