Polen bereit für Abschaltung russischer Gaspipeline

Noch am 28. April, dem Tag nach dem Stopp der russischen Gaslieferungen an Polen, beschwerte sich Gazprom darüber, dass Polen russisches Gas von Deutschland beziehe. [Shutterstock/Grigorii Pisotsckii]

Die polnische Regierung erklärt, sie sei bereit, Polen vollständig vom russischen Gas zu trennen, da seit dem 27. April kein russisches Gas mehr über die durch Polen verlaufende Jamal-Pipeline geliefert wird.

Im Rahmen der gegen den Westen verhängten Gegensanktionen hat Russland die Gaslieferungen nach Deutschland über die durch Polen verlaufende Jamal-Pipeline eingestellt. Das von Deutschland gekaufte Gas wurde früher unter anderem nach Polen weiterverkauft.

Noch am 28. April, dem Tag nach dem Stopp der russischen Gaslieferungen an Polen, kritisierte Gazprom, dass Polen russisches Gas von Deutschland beziehe.

Das von Deutschland gekaufte Gas wurde ebenfalls über die Jamal-Pipeline nach Polen zurückgeführt. Am Mittwoch (11. Mai) gab Gazprom eine Liste von Unternehmen in westlichen Ländern bekannt, mit denen das Unternehmen seine Zusammenarbeit eingestellt hat und die kein Gas mehr erhalten können.

Unter den aufgeführten Unternehmen befindet sich auch die polnisch-russische EuRoPol GAZ, Eigentümerin des polnischen Teils der Jamal-Pipeline. Die Russen haben also die Pipeline endgültig außer Betrieb genommen.

Das bedeutet, dass die Abnehmer in Polen, denen Russland am 27. April den Gashahn zugedreht hat, auch kein Gas aus zweiter Hand erhalten werden.

Das ändert aber nicht viel. Seit Dezember letzten Jahres ist nur sehr wenig Gas über die Jamal-Pipeline geflossen, und die polnische Regierung versichert, dass sie ohnehin bereit sei, Polen vollständig vom russischen Gas abzukoppeln. Seit dem 27. April ist überhaupt kein Gas mehr aus Russland über die Jamal-Pipeline geflossen.

Klima- und Umweltministerin Anna Moskwa hat sich zu dieser Situation zu Wort gemeldet: „Das Gas, das Polen aus Deutschland importiert, ist eine Mischung aus Gasen, die auf dem Markt gekauft werden. Es handelt sich nicht nur um russische Gasmoleküle. Wir sind auf die Möglichkeit vorbereitet, den Zugang Polens zu Gas aus Deutschland ohnehin zu unterbrechen.“

Die polnischen Gasspeicher seien zu 85 Prozent gefüllt und die LNG-Lieferungen nach Polen bis Ende des Jahres gesichert, betonte sie.

Polen stützt sich für seine zukünftige Gasversorgung hauptsächlich auf die Baltic Pipe-Pipeline, die ihnen jährlich acht Milliarden Kubikmeter Gas aus Skandinavien bringen soll. Die Pipeline soll im Oktober in Betrieb genommen werden.

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