Kosovo unterzeichnet Abkommen zur Energieversorgung mehrheitlich serbischer Gemeinden

Die Serben, die in den vier Gemeinden im Norden des Landes leben, haben seit dem Ende des Kosovokriegs, der zur Unabhängigkeit des Kosovo führte, kein Strom bezahlt. [Shutterstock/Bohbeh]

Kosovo steht kurz vor der Unterzeichnung eines Abkommens mit Serbien über die Energieversorgung der mehrheitlich von Serben bewohnten Gemeinden Nord-Mitrovica, Zubin Potok, Zvecan und Leposavic.

Der kosovarische Verhandlungsführer, Besnik Bislim, gab auf Facebook bekannt, dass die beiden Parteien kurz vor einer Einigung stehen, nachdem sie sich mit serbischen Vertreter:innen in Istanbul trafen.

„Kosovo steht kurz vor dem Abschluss eines Abkommens, um die Umsetzung der Energie-Roadmap zu beginnen, die darauf abzielt, die Probleme der Energieversorgung und -bezahlung in den vier Gemeinden im Norden des Landes in den Griff zu bekommen“, schrieb er.

Die Serben, die in den vier Gemeinden im Norden des Landes leben, haben seit dem Ende des Kosovokriegs, der zur Unabhängigkeit des Kosovo führte, keinen Strom bezahlt.

Doch im November 2021 kündigte der kosovarische Energienetzbetreiber KOSSTT an, die kostenlose Stromversorgung der mehrheitlich von Serben bewohnten Gemeinden einzustellen. Diese Entscheidung erfolgte, nachdem eine Vereinbarung über 11 Millionen Euro zur Bezuschussung der Stromversorgung in diesen Regionen im vergangenen Jahr ausgelaufen war.

„Ein mögliches Abkommen zwischen Kosovo und Serbien in der Energiefrage wird kein einziges Komma über das hinausgehen, was bereits 2013 und 2015 in Brüssel vereinbart wurde“, erklärte Bislim auf Facebook.

Serbien und Kosovo hatten 2015 im Rahmen des von der EU geförderten Kosovo-Serbien-Dialogs eine erste Vereinbarung getroffen. Danach sollte ein von Belgrad unterstütztes Unternehmen für die Energieversorgung der vier Gemeinden im Norden des Landes zuständig sein.

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