Italien erwägt „Alarmzustand“ wegen russischer Gaskürzung

Um die Entscheidung über den Alarmzustand zu treffen, wird sich der Sicherheitsausschuss am Dienstag (21. Juni) im Ministerium für den ökologischen Übergang treffen. [Shutterstock/FotoDuets]

Italien erwägt, nach der Kürzung der Gaslieferungen durch Gazprom den Alarmzustand zu verhängen, um den Gasverbrauch zu rationieren und die Gasspeicher aufzustocken, berichtet die italienische Zeitung Corriere della Sera.

Nach dem italienischen Notstandsprotokoll stellt der „Alarmzustand“ die zweite von drei Stufen dar und kann unter Umständen zur Einschränkung der Lieferungen an bestimmte Industriezweige führen.

Um die Entscheidung über den Alarmzustand zu treffen, wird sich der Sicherheitsausschuss am Dienstag (21. Juni) im Ministerium für den ökologischen Übergang treffen.

Italien befindet sich derzeit im Zustand der „Frühwarnung“, nachdem Gazprom am Freitag angekündigt hat, 50 Prozent weniger Gas zu liefern. Sollten die Gasflüsse nicht wieder ansteigen, könnte eine Rationierung des Verbrauchs notwendig werden.

Die Besorgnis über den Zusammenbruch der russischen Gaslieferungen bleibt bestehen, auch wenn Italien im Rahmen einer Strategie zur Diversifizierung der Importe zusätzliche Gaslieferungen gesichert hat.

In den letzten vier Monaten war es Rom gelungen, künftige Lieferungen von verflüssigtem Erdgas (LNG) aus Algerien, Angola, der Republik Kongo und Israel zu vereinbaren. Auch die Regasifizierungsschiffe zur Verarbeitung des LNG werden einen Beitrag leisten.

Am Sonntag unterzeichnete Eni eine Vereinbarung über den Einstieg in das weltweit größte LNG-Projekt in Katar.

Derweil kündigte der italienische Energieriese an, dass er alle Anfragen von Gazprom als „sensible Informationen“ ablegen und nichts veröffentlichen werde, solange ihm keine neuen Angaben vorliegen.

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