EU-Gremium: Umdenken beim Rohstoffabbau erforderlich

Rohstoffe wie Lithium sind für die Energiewende unverzichtbar, doch es gibt Bedenken hinsichtlich der Versorgung der EU mit diesen Rohstoffen. [Parmna / Shutterstock]

Der steigende Bedarf an kritischen Rohstoffen, die für die Energiewende und den Ausstieg aus russischen fossilen Brennstoffen unverzichtbar sind, erfordert eine stärkere inländische Produktion in der EU und eine andere Mentalität beim Abbau auf EU-Boden, warnte das größte Konsortium des Sektors letzte Woche.

Deren Reaktion folgt auf die Veröffentlichung des Plans der Europäischen Kommission zum Ausstieg aus russischen fossilen Brennstoffen, der eine Erhöhung des Ziels für erneuerbare Energien bis 2030 und einen massiven Ausbau der Solarenergie vorsieht.

„Wir brauchen eine andere Mentalität in Europa, denn ich glaube, uns fehlt hier etwas. Uns fehlt der Blick auf Europa und den Verbraucher“, so Bernd Schäfer, Geschäftsführer von EIT Raw Materials, einer Innovationsgemeinschaft innerhalb des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie.

Die schiere Menge an Rohstoffen, die für erneuerbare Energietechnologien wie Windturbinen und Solarpaneele benötigt werden, könnte jedoch aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Verfügbarkeit und der Stabilität der Lieferkette zu Problemen führen.

Das bedeutet, dass es eine positivere Einstellung der Öffentlichkeit zum Bergbau in Europa und Anreize für die EU-Industrie zur Wiederverwertung von Rohstoffen geben muss, was die Abhängigkeit vom Bergbau verringern würde, erklärte Schäfer im Vorfeld des EIT-Rohstoffgipfels 2022, der am Montag in Berlin begann.

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur wird sich der Gesamtmarkt für kritische Mineralien wie Kupfer, Kobalt, Mangan und verschiedene Seltenerdmetalle zwischen 2020 und 2030 fast versiebenfachen, wenn der geplante Übergang zu Netto-Null-Emissionen gelingt.

Bis 2050 wird der Einsatz von Windturbinen, die zur Erreichung der Dekarbonisierungsziele der EU erforderlich sind, den Großteil der derzeit auf dem EU-Markt verfügbaren Materialien Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium erfordern.

Derzeit verfügt die EU nur über wenige oder gar keine inländischen Vorkommen der für die Energiewende benötigten Rohstoffen. Stattdessen ist die Union in hohem Maße von Ländern wie China abhängig, was Bedenken hinsichtlich ihrer Energieunabhängigkeit weckt.

Laut EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton muss die Versorgung Europas mit kritischen Rohstoffen gesichert werden, da sie ein Grundpfeiler für die Widerstandsfähigkeit Europas sind.

In einer Erklärung anlässlich des Gipfels erklärte er, die Europäische Kommission habe eine „ehrgeizige“ Agenda für Rohstoffe.

„Diese verbindet mehr Kreislaufwirtschaft und eine verstärkte nachhaltige inländische Produktion mit verlässlichen Partnerschaften auf der ganzen Welt, die unsere Umwelt- und Sozialstandards teilen“, so Breton weiter.

Im Rahmen des REPowerEU-Plans kündigte die EU-Kommission an, einen Gesetzesvorschlag auszuarbeiten und die Arbeit an der Versorgung mit kritischen Rohstoffen zu intensivieren, sagte Breton.

„Dies ist ein Signal, dass Europa absolut entschlossen ist, seine strategischen Interessen zu verteidigen“, sagte er.

Ein Teil der inländischen Versorgung könnte von EIT Raw Materials kommen, die davon ausgehen, dass drei mögliche Projekte in den nächsten Jahren in Betrieb gehen könnten, zwei in Rumänien und eines in Bosnien und Herzegowina.

Rumänien verfügt über einige der für die EU wichtigen Rohmineralien, darunter Magnesium und Graphit.

„Wir beabsichtigen, die Genehmigung der normativen Rechtsakte bis Ende des Jahres abzuschließen, damit die Investitionen ab 2023 durchgeführt werden können“, sagte der rumänische Wirtschaftsminister Florin Spătaru letzte Woche.

„Wir sind mit der EU-Kommission im Gespräch, um die notwendigen Mittel aus europäischen Fonds für den Ausbau zu finden“, fügte er hinzu und sagte, dass die Konsultation mit dem Bildungsministerium begonnen habe, um neben den vorhandenen Fachkräften das notwendige Personal für diesen Bereich zu qualifizieren.

[Bearbeitet von Kira Taylor/Alice Taylor]

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