Europas Elektrolyseur-Industrie will Produktionskapazität bis 2025 verzehnfachen

Die gemeinsame Erklärung wurde auf einem Gipfel zum Thema Elektrolyseure in Brüssel vereinbart und von 20 CEOs der Branche sowie dem EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton unterzeichnet. [@H2Europe / Twitter]

Die Hersteller von Elektrolyseursystemen in Europa haben sich am Donnerstag (5. Mai) in einer gemeinsamen Erklärung mit der EU-Kommission in Brüssel dazu verpflichtet, ihre Produktionskapazitäten auf 17,5 GW pro Jahr bis 2025 zu verzehnfachen.

Die gemeinsame Erklärung wurde auf einem Gipfel zum Thema Elektrolyseure in Brüssel vereinbart und von 20 CEOs der Branche sowie dem EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton unterzeichnet.

„Die Industrie hat sich heute auf eine Verzehnfachung der Produktionskapazitäten für Elektrolyseure in Europa geeinigt. Die Kommission wird diese wichtige industrielle Aufstockung unterstützen, damit die Industrie bei den sauberen Energietechnologien der Zukunft eine Führungsrolle übernehmen kann“, sagte Breton.

Die Kapazitätserweiterung wird die jährliche Produktion von 10 Millionen Tonnen erneuerbaren Wasserstoffs in Europa bis 2030 ermöglichen, so die Kommission in einer Erklärung.

Das Ziel steht im Einklang mit den im März von der EU-Exekutive vorgestellten Plänen, die Abhängigkeit der EU von russischem Gas „weit vor 2030“ zu beenden und den Übergang zu sauberen Energiequellen zu beschleunigen.

Der im März vorgelegte Plan mit dem Namen REPowerEU sieht eine Verdoppelung des EU-Ziels für die Wasserstoffproduktion auf 10 Millionen Tonnen bis 2030 vor. Dieses Ziel wird laut Breton große Mengen an Elektrolyseuren für die Wasserstoffproduktion erfordern.

Um die rasche Ausweitung der Industrie zu unterstützen, verpflichtet sich die EU-Exekutive in der gemeinsamen Erklärung, einen unterstützenden Rechtsrahmen zu schaffen, den Zugang zu Finanzmitteln zu erleichtern und effiziente Lieferketten zu fördern.

In der gemeinsamen Erklärung heißt es, dies schließe „einen Gesetzesvorschlag für schnellere Genehmigungen für Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien“ und eine schnellere Prüfung der an Brüssel gerichteten Anträge auf staatliche Beihilfen ein.

Die Hersteller von Elektrolyseuren verpflichten sich ihrerseits, sich nur mit hochwertigen Projektvorschlägen zu bewerben, die vollständig mit den Klimazielen der EU übereinstimmen.

Jon André Løkke, CEO von Nel Hydrogen und Präsident von Hydrogen Europe, sprach von einem „historischen Tag“ für die Elektrolyseur-Industrie in der EU.

„Es ist an der Zeit, den Worten Taten folgen zu lassen“, fügte er auf Twitter hinzu und warnte, dass es „ohne angemessene regulatorische und finanzielle Unterstützung keine Beschleunigung der Elektrolyseur-Produktion in Europa geben wird.“

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Abhängigkeit von Rohstoffen

Eine der größten Herausforderungen für die Zukunft ist der Zugang zu erschwinglichen Rohstoffen für die Hersteller von Elektrolyseuren, die oft mit anderen Branchen der sauberen Technologien um knappe Ressourcen konkurrieren.

„Viele dieser Rohstoffe waren in den letzten Monaten erheblichen Preissteigerungen unterworfen“, und die EU ist von ihnen „strategisch abhängig“, heißt es in der Erklärung.

Um die Abhängigkeit zu verringern, wird die Kommission laut der gemeinsamen Erklärung versuchen, weitere Partnerschaften mit anderen Ländern zu schließen und mit der Industrie in Bereichen wie „strategische Beschaffung, Verarbeitung, Recycling und mögliche Substitution“ von Schlüsselrohstoffen zusammenarbeiten.

Die EU ist weltweit führend in der Herstellung von Elektrolyseuren. Obwohl die in China hergestellten Elektrolyseure billiger sind, werden sie von den chinesischen Herstellern selbst als weniger effizient und zuverlässig angesehen, berichtet Recharge, ein darauf spezialisiertes Nachrichtenmagazin.

Das führt dazu, dass Wasserstoff aus europäischen Elektrolyseuren insgesamt billiger ist als der aus chinesischen, selbst wenn man die Anschaffungskosten mit einberechnet.

„Deutsche und europäische Unternehmen sind hervorragend positioniert, um Schlüsselkomponenten für die Wertschöpfungsketten einer Wasserstoffwirtschaft herzustellen – Fahrzeuge, Transportlösungen, Elektrolyseure, Brennstoffzellen“, sagte die Wirtschaftswissenschaftlerin und Mitglied des deutschen Wasserstoffrates, Veronika Grimm.

Der deutsche Industrieriese Bosch gehört zu den Unternehmen, die am besten in der Lage sind, auf dem globalen Markt für Elektrolyseure zu konkurrieren. Anfang dieser Woche kündigte das Maschinenbau- und Technologieunternehmen eine Investition von 500 Millionen Euro in die Forschung im Bereich der Wasserstoff-Elektrolyseur-Komponenten an.

„Wir wollen den raschen Aufbau einer Produktion von Wasserstoff in Europa mit Bosch-Technik unterstützen“, sagte der Bosch-Geschäftsführer Stefan Hartung am 4. Mai und fügte hinzu, dass sein Unternehmen sein Know-how im Bereich Brennstoffzellen nutzen werde, um eine weltweit führende Position einzunehmen.

[Bearbeitet von Alice Taylor]

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