EU billigt spanisch-portugiesischen Plan zur Deckelung der Gaspreise

Spanien und Portugal gaben Ende April bekannt, dass sie mit der Kommission eine Einigung über die Begrenzung des Gaspreises erzielt hätten, um die Rechnungen für Verbraucher:innen zu senken. [EPA-EFE/STEPHANIE LECOCQ]

Die Europäische Kommission hat am Montag grünes Licht zum spanisch-portugiesischen Vorschlag zur Deckelung der Gaspreise gegeben, wie der portugiesische Premierminister mitteilte.

António Costa kündigte außerdem an, dass beide Länder am Dienstag nationale Rechtsvorschriften verabschieden wollen.

Ende April gaben Spanien und Portugal bekannt, dass sie mit der Kommission eine Einigung über die Begrenzung des Gaspreises erzielt hätten, der von Kombikraftwerken zur Stromerzeugung auf dem Stromgroßhandelsmarkt in beiden Ländern verwendet wird. So sollen die Rechnungen der Verbraucher:innen gesenkt werden.

„Wir koordinieren derzeit mit der spanischen Regierung, wie wir die entsprechende Gesetzgebung verabschieden, und wir werden alles daran setzen, dies bereits morgen (10. Mai) zu tun“, sagte Costa, wie EURACTIVs Partner EFE berichtete.

Die Einführung der Preisobergrenze wird sich über zwölf Monate hinziehen und bei einem durchschnittlichen Gaspreis von 40 Euro pro Megawattstunde (MWh) beginnen, um sich im Laufe des Zeitraums bei durchschnittlich 50 Euro/MWh zu stabilisieren.

Die Europäische Kommission bestätigte am 6. Mai, dass sie den iberischen Vorschlag erhalten hat und ihn „dringend“ prüfen wird, während die „technischen Kontakte“ zwischen Brüssel, Madrid und Lissabon fortgesetzt werden.

Der Strompreis auf dem iberischen Großhandelsmarkt stieg am Montag um fast 21 Prozent auf 208,74 Euro/MWh, wie aus den von EFE zitierten Daten des iberischen Strommarktbetreibers (OMIE) hervorgeht.

Im März genehmigte der Europäische Rat eine „iberische Ausnahmeregelung“, die beiden Ländern Sondermaßnahmen ermöglichte, um die Auswirkungen der stark schwankenden Gaspreise auf die Stromrechnungen abzufedern.

Madrid und Lissabon erhielten diese Möglichkeit, weil beide Länder einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien produzieren, jedoch unter einem „sehr niedrigen“ Grad der Energievernetzung mit dem Rest der EU leiden.

Spanien wird von vielen Experten als „Energieinsel“ im Vergleich zum Rest der EU bezeichnet.

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