Bulgarien wird „nie wieder“ mit Gazprom Geschäfte machen

Das staatliche Gasunternehmen Bulgargaz erinnert Gazprom noch immer regelmäßig daran, dass das russische Unternehmen seine Verträge mit Bulgarien derzeitig nicht erfüllt. [EPA-EFE/ANATOLY MALTSEV]

Bulgarien wird nie wieder mit dem russischen Energiekonzern Gazprom verhandeln, sagte der stellvertretende Premierminister Assen Vassilev am Donnerstag im Parlament. Er fügte hinzu, dass der Vertrag mit dem Unternehmen Ende des Jahres auslaufen wird.

Auf die Frage eines Abgeordneten der pro-russischen nationalistischen Partei Vazrazhdane, wann die Regierung die Gespräche mit Gazprom wieder aufnehmen werde, erklärte Vassilev dem Parlament, dass der Vertrag Bulgariens mit Gazprom, der Ende des Jahres ausläuft, von Bulgarien nicht gekündigt worden sei.

Die Gaslieferungen seien von Russland einseitig eingestellt worden. „Bulgarien wird nie wieder mit Gazprom über Lieferungen verhandeln“, sagte Vassilev vor dem Parlament.

Das staatliche Gasunternehmen Bulgargaz erinnert Gazprom noch immer regelmäßig daran, dass das russische Unternehmen seine Verträge mit Bulgarien derzeitig nicht erfüllt.

„Wenn wir jetzt einen Vertrag mit Gazprom unterzeichnen und sie im Februar das Gas abstellen, werden wir ohne Gas für die Industrie und ohne Wärme für die Menschen dastehen“, sagte der stellvertretende Premierminister. Russland stelle die Gaslieferungen nur für Länder mit geringem Verbrauch und auslaufenden Verträgen ein.

Bulgarien und Polen waren die ersten beiden EU-Länder, deren Gaslieferungen von Gazprom am 27. April unterbrochen wurden, nachdem sie sich geweigert hatten, in Ruben zu zahlen.

Die bulgarische Sozialistische Partei, die Teil der Regierungskoalition ist, besteht jedoch darauf, dass Gespräche mit dem russischen Gasunternehmen geführt werden müssen, um die Lieferungen wieder aufzunehmen.

Diese Forderung sorgt allerdings nicht für Spannungen innerhalb der Regierungskoalition, da die Partei „Wir setzen den Wandel fort“ in der Gasfrage die Führungsrolle einnimmt.

„Wenn Ihnen jemand das Gas abstellt, obwohl Sie zahlen und Ihren Vertrag erfüllen, können Sie sich nicht darauf verlassen, dass dieselbe Person Ihnen das Gas liefert, wenn Sie sich in einer schwierigen Situation befinden. Wir haben einen Partner, der sich als unzuverlässig erwiesen hat“, so der stellvertretende bulgarische Premierminister.

Vassilev brachte auch seine Empörung darüber zum Ausdruck, dass Russland Zahlungen in Euro und Dollar von einigen Ländern akzeptiert, von anderen jedoch nicht. Trotz der Probleme mit Gazprom ist der Erdgaspreis in Bulgarien im Juni tatsächlich um 13 Prozent gesunken.

Der neue Preis liegt bei 71,5 Euro pro MWh. Bislang wurde das Gas in Bulgarien für 82 Euro pro MWh verkauft. Dies ist ein niedrigerer Preis als die Angebote des führenden europäischen Hubs TTF in den Niederlanden.

Damit liegt der Brennstoffpreis wieder etwas niedriger als im April, als 90 Prozent des Erdgases aus Russland kamen. Zu diesem Zeitpunkt lag der Gasmix für Bulgarien bei 72 Euro pro MWh. Der Preisrückgang lässt sich durch die Lieferung von Flüssiggas aus den USA erklären.

Ab dem 1. Juli wird Bulgarien vollständig mit aserbaidschanischem Gas beliefert, was wahrscheinlich zu einer weiteren Senkung der Gaspreise führen wird.

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