Angesichts der rapide steigenden Energiepreise diskutieren Estland, Lettland und Litauen darüber, mehr Strom aus Belarus und Russland zu importieren.
Aufgrund von Sicherheitsbedenken im Kraftwerk Astravyets in Belarus hat Litauen im vergangenen Jahr Stromimporte ausgesetzt. Als Zeichen der Solidarität taten Estland und Lettland dasselbe, so dass der Anteil des belarussischen und russischen Stroms im Baltikum um 20% zurückging.
Allerdings denken die drei Länder nun über eine Rückkehr zu den früheren Quoten und eine Erhöhung der Stromimporte aus Belarus und Russland nach, berichtet die estnische Nachrichtenagentur unter Berufung auf die steigenden Strompreise.
In Estland ist der Strompreis um 49% höher als vor einem Jahr, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Bank von Estland. Die negativen Auswirkungen liegen auf der Hand: steigende Inflation und steigende Kosten für Dienstleistungen und Waren. Im schlimmsten Fall müssen die Unternehmen ihre Produktion drosseln oder sogar einstellen.
Eine Erhöhung der Importe würde das Problem jedoch nicht unbedingt lindern. In einem Interview mit der estnischen Nachrichtenagentur nannte der stellvertretende Minister für Energie und Bodenschätze, Timo Tatar, das kalte Wetter, die geringe Produktion erneuerbarer Energien, die hohen Preise für fossile Brennstoffe und den CO2-Preis als weitere Gründe für den Anstieg der Energiepreise.

