Klimaschutz: Metalle als Recycling-Champions

DISCLAIMER: Die hier aufgeführten Ansichten sind Ausdruck der Meinung des Verfassers, nicht die von EURACTIV Media network.

Ist das neue Verpackungsgesetz wirklich eine ausreichende Weichenstellung für mehr Recycling, weniger Verbrennung und für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft? [Foto: photka/Shutterstock]

Metalle sind die Grundlage einer modernen Kreislaufwirtschaft. Immer gebraucht und nicht verbraucht, lassen sie sich verhältnismäßig unaufwändig wieder recyceln, meint Roland Leder, Vorsitzender der Unternehmensinitiative „Metalle pro Klima“.

Recycling ist eine der wichtigsten Säulen für nachhaltiges Wachstum. Schätzungen zufolge leben bis zum Jahr 2050 voraussichtlich neun Milliarden Menschen auf unserem Planeten. Das sind pro Tag 200.000 zusätzliche Menschen. Die Welt wächst also täglich um eine Stadt wie Mainz oder Erfurt. Das zeigt, dass die Menschen nachhaltige Nahrung, Wasser und Energie brauchen. Gleichzeitig benötigen sie auch Metalle für ihre Mobilität, Häuser, die Infrastruktur und für die Kommunikation. Recycling kann dabei helfen, diese wichtigen Ressourcen zu sparen.  In der Metallindustrie funktioniert das besonders gut: Recycling liegt sozusagen in der DNA der Metalle.

Schon heute erzielt die Metallbranche bei Produkten im Verpackungs-, Verkehrs- und Baubereich am Ende ihrer Nutzungszeit sehr hohe Recyclingquoten von über 90 Prozent. Energie- und Ressourceneffizienz ist eine Kernkompetenz unserer Industrie. Dabei tragen wir auf zwei Wegen zum Klimaschutz bei: Zum einen stellt die Metallindustrie eine Vielzahl an besonders klimafreundlichen Produkte her, die zu CO2-Einsparungen führen. Dazu gehört beispielsweise der Einsatz von Kupfer im Bereich innovativer Elektromotoren oder die Herstellung spezieller Aliminium-Legierungen, durch die in der Luftfahrtindustrie deutliche Gewichteinsparungen erzielt werden.

Zum anderen zeichnen sich viele unserer Unternehmen durch vorbildliche Produktionsverfahren aus, die besonders geringe Emissionen erzeugen. So wird beispielsweise durch effizientes Zinkrecycling sichergestellt, dass selbst die Rückstände des Verzinkungsprozesses ohne Qualitätsverlust wieder zurück in den Kreislauf geführt werden. Im Bereich des Blei-Recyclings zeigt eines unserer Beispiele, wie durch den neuartigen, modularen Aufbau eines Kompressors eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz erreicht wird.

Aktuelle Studie des Öko-Instituts zum Metallrecycling

Recycling kann uns dabei helfen, viele der Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen: Metalle sind dafür unverzichtbar, da sie für die Energie- und Mobilitätswende sowie die Digitalisierung ein wichtiger Rohstoff sind. Metalle bilden dadurch das Fundament der Zukunft. Einer aktuellen Studie des Öko-Instituts zu Folge hat Metallrecycling allein im Jahr 2014 mehr als 7 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Das entspricht etwa den jährlichen Treibhausgasemissionen von 3,8 Millionen Haushalten oder 3,2 Millionen Pkw. Und das Klimaschutzpotenzial steigt sogar noch, wenn das anthropogene Lager weiter anwächst.

Metalle die heute benutzt werden, sind in Bauwerken, der Infrastruktur oder in Gebrauchsgütern nur vorübergehend „gelagert“. Aluminium, Blei, Kupfer, Nickel oder Zink, die heute in unseren Gebäuden und Autos stecken, können in Zukunft wieder in die Recyclingkreisläufe integriert werden. Die Metalle sind daher nicht weg, sondern lediglich zwischengelagert. Das wachsende Metalllager in Deutschland ist dadurch ein Ressourcen- und Energiespeicher für künftiges Recycling, das nachfolgenden Generationen grundsätzlich wieder zur Verfügung steht. Laut der Studie des Öko-Instituts hat das Metalllager im Jahr 2050 ein CO2-Einsparpotenzial von 634 Millionen Tonnen.

Nichteisenmetalle sind Kreislaufwerkstoffe und können wie erneuerbare Materialien ohne Qualitätsverlust immer wieder verwendet werden. Schätzungen zufolge werden 80 Prozent des jemals erzeugten Kupfers und 75 Prozent des Aluminiums auch heute noch eingesetzt.

Auch in vielen anderen Metallen steckt ein enorm hohes Recyclingpotential: Beispielsweise in Technologiemetallen wie Lithium, Silber oder Tantal. Sie sind wichtig für Hightech-Anwendungen und die Umwelttechnologie. Eine Windkraftanlage enthält zum Beispiel über 14 Nichteisenmetalle. Daher braucht es gute Rückgewinnungsquoten beim Recycling. Viele unserer Mitgliedsunternehmen sind hier bereits Innovationstreiber.

Der Autor

Roland Leder ist Vorsitzender der Unternehmensinitiative „Metalle pro Klima“ und Vice President Finance & CFO bei Aleris Europe. 

Subscribe to our newsletters

Subscribe
UNTERSTÜTZEN