Die Macht der Energieunion

DISCLAIMER: Die hier aufgeführten Ansichten sind Ausdruck der Meinung des Verfassers, nicht die von EURACTIV Media network.

EVP-Präsident Joseph Daul (re.) und EVP-Vizepräsident Jacek Saryusz-Wolski. [EPP] [EPP]

Ein integrierter Energiemarkt werde den europäischen und Bürgern Freiheit, Sicherheit und Wachstum bieten. Dabei wird Solidarität unter den Bürgern entscheidend sein für den Erfolg dieses Projektes, schreiben der Präsident der Europäischen Volkspartei, Joseph Daul, und der EU-Abgeordnete Jacek Saryusz-Wolski.

Die Energieunion wird eine treibende Kraft für Freiheit, Sicherheit und Wachstum in Europa sein. Sie ebnet den Weg zu einem integrierten Energiemarkt, der europäischen Bürgern und Unternehmen zugutekommen wird. Dieses Projekt wird zudem die führende Rolle der Europäischen Union auf der internationalen Bühne untermauern und zu einer stabileren und wohlhabenderen Nachbarschaft vor der Haustüre der EU beitragen.

Wir erleben die Schaffung der Energieunion in einer besonders herausfordernden Zeit. Die schwerwiegende Krise in der Ukraine und ihre Auswirkungen auf unsere Beziehungen zur Russischen Föderation haben die politische Agenda der EU maßgeblich beeinflusst. Diese Geschehnisse werden sich ebenfalls deutlich auf den neuen Ansatz der Europäischen Nachbarschaftspolitik auswirken, welche im November von der EU-Kommission gestartet wird. Nur wenn wir in Einigkeit handeln, kann die Europäische Union derartigen geopolitischen Manipulationen gegenüber standhaft bleiben.

Wir müssen diese Gelegenheit ergreifen, neuen strategischen Energiepartnerschaften und -Märkten nachzugehen. Wenn wir das machen, dann können wir unsere Abhängigkeit von einem einzigen, marktbeherrschenden Versorger reduzieren und zugleich unsere geopolitische Position stärken. Wir müssen uns breiter aufstellen, indem wir mehr in die Entwicklung eines Südlichen Gaskorridors investieren, unsere strategische Energiepartnerschaft mit den Vereinigten Staaten stärken sowie unserer mediterranen Energiepartnerschaft und -gemeinschaft eine höhere Priorität einräumen.?

Die Energie-Union ist kein Projekt, das in Brüssel und für Brüssel geschaffen wurde. Die Energie-Union bringt der europäischen Industrie höhere Wettbewerbsfähigkeit und den Verbrauchern niedrigere Energiepreise.

Unsere Priorität wird es sein zu gewährleisten, dass Europäer zu “Prosumenten” werden und damit selbst entscheiden können, welche Arten von Energie sie verbrauchen und somit ihre Haushaltskosten reduzieren wollen. Gebäude und Transport müssen energieeffizienter werden. Wir wollen außerdem die Verwendung umweltverträglicher, kohlenstoffarmer Technologien fördern, die Digitalwirtschaft verbessern und den Verbrauch einheimischer Energiequellen, einschließlich erneuerbarer, in den Energiemixen der jeweiligen Mitgliedstaaten stärken.

Dies wird nicht an einem einzigen Tag geschehen. Aus diesem Grund sprechen wir uns für stabilere und wettbewerbsfähigere rechtliche Rahmenbedingungen in Europa aus, einschließlich der Transparenz für alle Energieversorgungsverträge. Dies wird Investoren anziehen und es uns erlauben, unsere Infrastruktur zu modernisieren und mehr Wachstum und Arbeitsplätze in Europa zu schaffen. Ebenso müssen wir Innovation und Forschung stimulieren – Teil davon ist unser Bekenntnis in eine nachhaltige Energieindustrie zu investieren. Nicht nur für heute, sondern auch für morgen.

Ob zwischen Paris und Warschau, Madrid, Sofia oder Berlin – regionale Kooperation wird die treibende Kraft für Veränderung sein. Nur wenn wir einen „bottom-up“ Ansatz verwirklichen, der auf einer Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten basiert, dann werden wir einen vollständig integrierten, effizienten und produktiven Energiemarkt umsetzen können.

Diese Initiative wird Europa stärken, indem sie die Quellen unserer Energieversorgung breiter fächert und sichert. Ein integrierter Energiemarkt wird den europäischen Bürgerinnen und Bürgern Freiheit, Sicherheit und Wachstum bieten. Solidarität unter den Europäern wird entscheidend für den Erfolg dieses Projektes sein. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, eine Energie-Union aufzubauen, die den Wohlstand der Bürgerinnen und Bürger Europas steigert und die Position der EU in unserer Nachbarschaft und in der ganzen Welt verbessert.

Die Autoren

Joseph Daul ist Präsident der Europäischen Volkspartei (EVP), Jacek Saryusz-Wolski ist EVP-Vizepräsident, EU-Abgeordneter und Co-Vorsitzender der EVP-Energieministertreffen. Dieser Gastkommentar basiert auf der beim EVP-Gipfel verabschiedeten Erklärung der EVP-Führung.

Subscribe to our newsletters

Subscribe
UNTERSTÜTZEN