Zwischenfall in Slowenien: Atomsicherheit rückt in den Mittelpunkt [DE]

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Das Leck eines Atomkraftwerkes in Slowenien, aus dem Kühlflüssigkeit ausgetreten war, wurde abgedichtet. Der Zwischenfall hat jedoch erneut die Aufmerksamkeit auf die Debatte gerichtet, ob Atomenergie eine sichere, CO2-arme Möglichkeit ist, den Klimawandel zu bekämpfen.

Die slowenischen Behörden hätten bestätigt, dass die Umwelt keinen Schaden genommen habe und die Situation „vollständige unter Kontrolle“ sei, sagte die Kommission heute (5. Juni 2008) in einer Pressemitteilung.

Der Vorfall, der sich gestern (4. Juni 2008) im Hauptreaktor des Atomkraftwerks in Krško im Südwesten Sloweniens ereignete, wurde dem Frühwarnsystem der Europäischen Gemeinschaft zum schnellen Informationsaustausch im Falle eines radiologischen Notstands (ECURIE) von den Kraftwerkbetreibern am selben Tag gemeldet.

Der Reaktor des Atomkraftwerks Krško sei um 7:30 Uhr vollständig abgeschaltet worden und es sei relativ wenig Kühlwasser innerhalb des Reaktors ausgetreten, hieß es in der Presseerklärung der Kommission weiter.

Ernste negative Auswirkungen auf Umwelt oder Sicherheit konnten vermieden werden, doch kam es in einer schwierigen Zeit zu diesem Vorfall, da die EU Atomenergie als einen Teil ihrer Bemühungen um eine Senkung der CO2-Emissionen in der EU um mindestens 20% bis 2020 erwägt (EURACTIV vom 26. Mai 2008).

Atomkraft bleibt weiterhin in vielen EU-Ländern ein umstrittenes Thema, doch eine Reihe von Mitgliedstaaten hat angedeutet, dass sie in ihrem zukünftigen Energiemix auf diese Technologie setzen wird.

Greenpeace, die sich aktiv gegen die Nutzung von Atomenergie einsetzt, sagte, der Vorfall sei ein Beleg für die Gefahr, die von allen europäischen Atomkraftwerken ausgehe und für die Bevölkerung, Umwelt und darüber hinaus bestehe. Diejenigen, die planten, weitere Atomreaktoren zu bauen, müssten dieser Warnung Achtung schenken und die Technologie der Atomenergie anlehnen.

In Grünen im Parlament zeigten sich der Aussage gegenüber skeptisch, dass das Leck sich nicht ausgebreitet habe und die Kommission müsse erklären, „warum einen Tag vor dem Alarm erhöhte Radioaktivität in der Umgebung des AKW gemessen wurde“, so die Fraktion in einer Stellungnahme.

„Völlig im Dunkeln bleibt bisher, welche Informationen aus der slowenischen Störfallmeldung zu der Entscheidung, Alarm zu geben, geführt haben. Welche technischen Probleme gab es im Primärkühlkreislauf von Krško?“, hieß es weiter

Die slowenische sozialdemokratische Europaabgeordnete Romana Jordan Cizelj sagte unterdessen, der Vorfall habe keine Folgen für die Öffentlichkeit oder die Gesundheit der Arbeiter gehabt und es seien keine Schadstoffe in die Umwelt gelangt. In der Umgebung sei keine erhöhte Radioaktivität festgestellt worden.

Das slowenische Umweltministerium gab ebenfalls eine Stellungnahme heraus, in der es hieß, während des Vorfalls sei keine Radioaktivität ausgetreten und es bestehe auch keine Gefahr, dass dies nun geschehe.

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