Zahl „grüner Jobs“ in Deutschland steigt moderat an

Mehr als zwei Drittel der "grünen Jobs" entfallen auf das verarbeitende Gewerbe, also zum Beispiel den Bau von EE-Anlagen. [Anatoliy_gleb/ Shutterstock]

Die Zahl der sogenannten „grünen Jobs“ steigt in Deutschland moderat an. Im Jahr 2017 waren im Umweltsektor 263.883 Personen beschäftigt, das sind etwa 12.600 mehr Arbeitsplätze als im Jahr zuvor. Gehemmt wird das Wachstum allerdings weiter durch die stagnierende Windbranche.

Wie das Statistische Bundesamt heute am 22. Oktober mitteilte, entfielen mehr als zwei Drittel der Jobs auf das verarbeitende Gewerbe. Dort waren die meisten Menschen im  Maschinenbau tätig, wo sie zum Beispiel Windkraftanlagen oder energieeffiziente Antriebs- und Steuerungstechniken herstellten. Der zweitgrößte Sektor war das Baugewebe mit etwa 45.000 Beschäftigten, die für die Wärmedämmung von Gebäuden oder den Bau von Kanalisationssystemen tätig waren. Knapp 15 Prozent der Arbeitsplätze – insgesamt 37.947 – entfielen laut Destatis außerdem auf das Dienstleistungsgewerbe, wo fast die Hälfte der Angestellten mit „grünen Jobs“ in Architektur- und Ingenieurbüros, zum Beispiel bei der Planungen von Windenergie arbeiteten.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes unterscheiden sich allerdings deutlich von jenen des Umweltbundesamtes (UBA), das für das selbe Jahr von mehr als 2,8 Millionen Personen im Umweltschutz ausgeht. Laut des UBA wächst die Zahl der grünen Jobs in Deutschland stetig an und nahm im Dreijahreszeitraum 2014-2017 um 130.000 Stellen zu. Die Angaben der UBA-Statistik sind deutlich höher, da eine breitere Spanne von Sektoren mit eingerechnet wird, zum Beispiel die Energie- und Wasserversorgung, der Verkehr sowie die Land- und Forstwirtschaft.

Zahl von Investorenklagen gegen Staaten steigt

Weltweit werden derzeit 117 Staaten von Unternehmen verklagt, die ihre Investitionen in Gefahr sehen. Oft beugen sich Regierungen dem Druck und schwächen zum Beispiel geplante Gesetze zum Klimaschutz ab. Die EU drängt auf eine Reform des Klaresystems.

Einer der Gründe, warum das Wachstum der grünen Branche inzwischen eher moderat ausfällt ist der Rückgang der Windbranche. Dort kam es von 2016 auf 2017 nach Angaben des Bundesverband Windenergie zu einem Verlust von über 25.000 Stellen. Laut IG Metall sind seitdem noch einmal 10.000 Jobs hinzugekommen.

Der Ausbau der Windanlagen stockt seit Jahren, da die Auktionen, in denen Fördergelder zum Bau von Windparks ausgegeben werden, bis 2018 zu stark gedeckelt waren und Bürgerwindparks Probleme bei der Beschaffung von Krediten hatten. Dazu kommt, dass 2021 die finanzielle Förderung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für immer mehr bestehende Windräder ausläuft. Zwar beschloss die Bundesregierung im November 2018, die Zahl der Auktionen für Fördergelder um 4000 Megawatt für dieses und das kommende Jahr zu erhöhen. Aber viele Projekte hängen in Genehmigungsverfahren fest, die teilweise Jahre dauern können.

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