Von der Leyen: „Mangelnde Ambition“ Chinas und Indiens bei Kohleausstieg

Die Beschlüsse der Klimakonferenz seien "gerade mal ein Zwischenschritt, um die Weltgemeinschaft auf dem Weg zum 1,5-Grad-Ziel an Bord halten", sagte von der Leyen in einer Rede. [Oliver Contreras/EPA-EFE]

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat nach der UN-Klimakonferenz größere Anstrengungen von Ländern wie China und Indien verlangt. Die Ergebnisse der Konferenz könnten nur ein erster Schritt sein, so von der Leyen.

„Die mangelnde Ambition dieser Länder ist enttäuschend“, sagte von der Leyen am Montag (16. November) beim Wirtschaftsgipfel der „Süddeutschen Zeitung“. Sie kritisierte, dass bei den Verhandlungen in Glasgow der „Kohleausstieg nur zu einem Kohleabbau verwässert wurde, und das in allerletzter Minute“.

Eine historische Formulierung zur Abkehr von der Kohle bei der COP26 war auf Betreiben Chinas und Indiens in letzter Minute deutlich abgeschwächt worden. Statt eines Appells zum Kohle-Ausstieg wurde der Aufruf beschlossen, dass die Staaten die Nutzung von Kohlekraftwerken ohne CO2-Abscheidung „schrittweise verringern“.

Insgesamt seien die Ergebnisse seien die Beschlüsse der Klimakonferenz „gerade mal ein Zwischenschritt, um die Weltgemeinschaft auf dem Weg zum 1,5-Grad-Ziel an Bord halten“, sagte von der Leyen in ihrer per Livestream übertragenen Rede.

„Gut ist, das Klimaneutralität als gemeinsames Ziel anerkannt ist und damit jetzt zur neuen Norm wird.“ Positiv sei auch, „dass es erstmals ein Zwischenziel für die Welt in 2030 gibt, nämlich eine Reduzierung von Treibhausgasemissionen um 45 %“. Es sei auch Konsens, „dass wir schneller werden müssen“.

Von der Leyen beklagte aber, dass bei der UN-Konferenz „zu wenig klare Verpflichtung, Ziele und Schritte von der Weltgemeinschaft festgelegt wurden“.

Enttäuschend sei auch, dass „die ärmeren Länder weiterhin finanziell nicht ausreichend unterstützt werden durch die Hauptverschmutzer, also die Industriestaaten. Da war in Paris mehr versprochen worden.“

Die Weltgemeinschaft müsse in den kommenden Jahren den Klimawandel entschlossen bekämpfen, sagte von der Leyen. „Wir müssen handeln, und zwar jetzt. Diese Dekade entscheidet darüber, ob wir nur noch Getriebene des Klimawandels sind oder ob wir noch das Heft des Handelns in der Hand behalten.“

Boris Johnson, der Premierminister von Großbritannien, das die Konferenz ausgerichtet hatte, bezeichnete die Vereinbarung von Glasgow derweil als „großen Schritt nach vorne“.

„Wir haben die Nationen auf der COP26 aufgefordert, sich für unseren Planeten einzusetzen, und sie haben den Aufruf angenommen“, so Johnson. Er hoffe, dass die „in Zukunft als der Anfang vom Ende des Klimawandels angesehen“ werde.

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