Vom Klimasünder zum Klimaschützer: Die geplanten Beiträge der Länder

Die Klimapläne, welche die Staaten in Paris vorlegten, reichten bei weitem nicht aus, um die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. [Shutterstock / Sepp photography]

Im Pariser Klimaabkommen haben sich fast alle Länder der Welt verpflichtet, ihren Ausstoß an Treibhausgasen deutlich zu verringern. Diese Klimapläne reichten aber bei weitem nicht aus, um die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Bis Ende des Jahres müssen die Länder neue Pläne vorlegen.

Langfristiges Ziel des Pariser Abkommens ist Klimaneutralität. Das bedeutet, dass entweder keine Treibhausgase mehr freigesetzt werden oder deren Emission vollständig kompensiert wird. 110 Länder wollen diese Vorgabe bis 2050 erreichen, darunter sind elf Staaten der G20, der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Ein Überblick:

China

China ist mit Abstand der größte Klimasünder – verantwortlich für rund ein Viertel der weltweiten CO2-Emissionen. 2016 versprach Peking, den Ausstoß bis 2030 um mindestens 60 Prozent zu reduzieren. Im September überraschte Präsident Xi Jinping mit einem noch ehrgeizigeren Ziel: Bis 2060 will die Volksrepublik klimaneutral werden. Details dieses Plans stehen noch aus.

Fünf Jahre Pariser Klimaabkommen – und die "Rückkehr" der USA?

Der designierte US-Präsident Joe Biden hat die Rückkehr der Vereinigten Staaten zum Pariser Klimaabkommen angekündigt – bereits eingerahmt von einer Reihe weiterer Maßnahmen. Es scheint einen „Return of the USA“ zu geben.

USA

Die Vereinigten Staaten als zweitgrößter Verschmutzer waren eine der treibenden Kräfte hinter dem Pariser Klimaabkommen. Washington sagte zu, seine Emissionen bis 2025 um ein Viertel im Vergleich zu 2005 zu verringern. Präsident Donald Trump kündigte das Abkommen jedoch auf. Sein gewählter Nachfolger Joe Biden will diese Entscheidung gleich nach Amtsantritt im Januar wieder rückgängig machen. Er strebt Klimaneutralität bis 2050 an.

EU

Die Europäische Union verpflichtete sich 2015, ihre CO2-Emissionen bis 2030 um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu reduzieren. Inzwischen strebt die Kommission eine Reduktion um 55 Prozent bis 2030 und Klimaneutralität bis 2050 an. Bei ihrem Gipfel diese Woche wollen die Staats- und Regierungschefs der EU entscheiden, ob sie dieser Vorgabe folgen. Großbritannien ist zwar aus der EU ausgetreten, hat aber das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 gesetzlich festgeschrieben.

Fünf Jahre Pariser Klimaabkommen: "Wir haben viele Fortschritte gemacht"

Das Rulebook – eine Reihe von gemeinsamen Bestimmungen für die tatsächliche Umsetzung des Pariser Abkommens – ist immer noch nicht vollständig fertiggestellt. Im Interview spricht Paul Watkinson über noch offene Fragen und darüber, was bereits erreicht wurde.

Indien

Indien ist der drittgrößte Emittent. Bis Ende des Jahrzehnts will das Land seinen CO2-Ausstoß um bis zu 35 Prozent im Vergleich zu 2005 zu verringern.

Russland

Russland trat dem Klimaabkommen erst vergangenes Jahr bei und will seine Emissionen bis 2030 um 30 Prozent im Vergleich zu 1990 zurückfahren.

Japan

Japan verpflichtete sich 2016 auf eine Reduktion um 26 Prozent bis 2030. Der im März vorgelegte neue Klimaplan nennt dasselbe Ziel. Der neue Regierungschef Yoshihide Suga kündigte im Oktober an, das Land strebe bis 2050 Klimaneutralität an.

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