Umstrittene Gebäuderichtlinie der EU verabschiedet

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Ende 2021 schlug die Europäische Kommission eine Überarbeitung der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) vor, um die schwächelnden Renovierungsraten anzukurbeln und ein Drittel der CO2-Emissionen in der EU zu bekämpfen. Nach langwierigen Verhandlungen – und der Ungewissheit, ob das Gesetz angenommen werden kann – haben die EU-Mitgliedstaaten das Gesetz am Freitag mit einer knappen Mehrheit angenommen. [Shutterstock/WUT.ANUNAI]

Die europäische Gebäudeeffizienzrichtlinie wurde am Freitag (12. April) von den Mitgliedsstaaten verabschiedet. Damit ist der Weg frei für nationale Renovierungspläne, was von der Energieeffizienzbranche allgemein begrüßt wird.

Ende 2021 schlug die Europäische Kommission eine Überarbeitung der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) vor, um die schwächelnden Renovierungsraten anzukurbeln und ein Drittel der CO2-Emissionen in der EU zu bekämpfen.

Nach langwierigen Verhandlungen – und der Ungewissheit, ob das Gesetz angenommen werden kann – haben die EU-Mitgliedstaaten das Gesetz am Freitag mit einer knappen Mehrheit angenommen.

Italien und Ungarn stimmten dagegen, während Kroatien, Tschechien, Schweden, Slowenien und Polen sich der Stimme enthielten.

„Endlich! Manchmal habe ich gezweifelt, ob wir jemals so weit kommen würden“, sagte Adrian Hiel von der städtischen Lobbygruppe Energy Cities.

Ein Berater des österreichischen Energieministers beglückwünschte alle Beteiligten.

Mit dem Text, der nun in EU-Recht umgesetzt wird, soll der europäische Wohnungsbestand bis zum Jahr 2050 auf das Netto-Null-Ziel vorbereitet werden. Dafür wird die Renovierung von öffentlichen und privaten Gebäuden mit schlechter Energieeffizienz vorgeschrieben.

Die EU-Mitgliedstaaten werden aufgefordert, bis 2026 ihre Pläne vorzulegen, um den Energieverbrauch von Wohngebäuden bis 2035 um 20 bis 22 Prozent zu senken. 55 Prozent der Einsparungen sollen bei den untersten 43 Prozent der Gebäude mit den schlechtesten Werten erzielt werden.

Die Vorschriften für öffentliche Gebäude und Büros sind strenger. Bis 2030 müssen die untersten 16 Prozent der Gebäude mit der schlechtesten Energiebilanz renoviert werden, bis 2033 die untersten 26 Prozent.

Ab 2030 sollten neue Gebäude von vornherein klimafreundlich konzipiert werden, also sowohl energieeffizient als auch mit Anschluss an eine saubere Wärmequelle.

Die nationalen Pläne können auch ein Konzept für den schrittweisen Ausstieg aus der Verwendung fossiler Brennstoffe für Heizzwecke bis 2040 und die obligatorische Installation von Solarmodulen auf Hausdächern ab 2025 enthalten, sofern dies wirtschaftlich machbar ist.

Zivilgesellschaftliche Gruppen und Wirtschaftsverbände in Brüssel, die an den zweijährigen Verhandlungen beteiligt waren, richten ihre Aufmerksamkeit jetzt auf die 27 EU-Staaten, in denen diese Pläne nun entwickelt werden müssen.

Ein bittersüßer Abschluss für NGOs

Eva Brardinelli, zuständig für Gebäudepolitik bei der Klima-NGO CAN Europe, hob die Bemühungen der Mitgliedsstaaten hervor, die neue Reform auszuhöhlen: „Es liegt nun in den Händen der Regierungen und der nationalen Akteure, die in der Richtlinie festgelegten niedrigen Standards zu übertreffen und sich dafür einzusetzen, ein besseres Leben zu ermöglichen.“

„Trotz des Rückschritts unterstreicht die EPBD das Engagement der EU für Energieeffizienz“, sagte die European Alliance to Save Energy.

Die Industrie ist bereit

Für die Baubranche, die die Richtlinie umsetzen wird – von Dämmstoffherstellern bis hin zu Anbietern von Smart-Temperaturreglern – bedeutet das Gesetz einen willkommenen Umsatzschub.

„Die Energieeffizienzbranche ist bereit, die Anforderungen zu erfüllen und effiziente Gebäude zu Europas nächster industrieller Erfolgsgeschichte zu machen“, sagte Julie Kjestrup, Präsidentin des Industrieverbandes EuroACE.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der sich intensiv an der Ausarbeitung des Gesetzes beteiligt hat, sagte: „Von der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden müssen wichtige Impulse für den Klimaschutz in Europa ausgehen.“

Deneff, ein weiterer Energieeffizienzverband, nannte die Verabschiedung einen „dringend erwarteten Schritt in die richtige Richtung, sowohl für den Klimaschutz als auch für die unter Druck stehende Renovierungsbranche.“

[Bearbeitet von Rajnish Singh/Donagh Cagney/Kjeld Neubert]

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