Tschechien will Batterie-Gigafactory bauen

Im Memorandum heißt es, die Gigafactory sei ein "strategisches Projekt, das die Transformation sowohl der Energie- als auch der Automobilindustrie beschleunigen könnte". [Shutterstock/Roman Zaiets]

Die tschechische Regierung hat am Montag ein Memorandum mit dem staatlichen Energieunternehmen ČEZ über ein zukünftiges „Gigafactory“-Projekt gebilligt. Am neuen Standort sollen vor allem Batterien für Elektrofahrzeuge produziert werden. Umgerechnet zwei Milliarden Euro dürften dafür von staatlicher Seite investiert werden.

Laut der Nachrichten-Website Seznam Zprávy könnten möglicherweise auch Volkswagen oder das südkoreanische Unternehmen LG an dem Projekt beteiligt werden. Die tschechische Regierung hat sich bisher allerdings nicht offiziell zu möglichen Partnern geäußert.

Industrieminister Karel Havlíček betonte lediglich, durch die Gigafactory-Initiative dürften mindestens 2.300 Arbeitsplätze geschaffen werden. Für das stark von der Automobilindustrie abhängige Land seien solche Investitionen „entscheidend“ für die Zukunft.

Im Memorandum heißt es weiter, die Gigafactory sei ein „strategisches Projekt, das die Transformation sowohl der Energie- als auch der Automobilindustrie beschleunigen könnte“. Das Projekt schaffe außerdem „eine einzigartige Gelegenheit für die Transformation der strukturell benachteiligten Regionen in der Tschechischen Republik“. Damit dürften vor allem die drei klassischen Kohleregionen im Land gemeint sein.

Des Weiteren wird im Memorandum eine zukünftig verstärkte Zusammenarbeit in der Batterie-Lieferkette vorgeschlagen. Dies beinhalte auch die Kooperation beim Abbau von Lithium – dem Metall, das in Batterien für Elektrofahrzeuge verwendet wird – sowie dessen Verarbeitung und Recycling.

Tschechien verfügt über das größte Lithiumvorkommen Europas und hat aus Sicht der Regierung das Potenzial, einer der kostengünstigsten Lithiumproduzenten der Welt zu werden.

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