Top-Meldungen dieser Woche aus dem Bereich Energie und Umwelt

Top-Meldungen aus dem Bereich Energie und Umwelt. [Shutterstock]

Energie und Umwelt im Gespräch – unser Überblick über die wichtigsten Meldungen in dieser Woche, in Deutschland und anderswo in Europa. In dieser Ausgabe: Klimaneutralität, CO-Steuer, Streik im französischen Umweltministerium und mehr.

Bosch wird kommendes Jahr klimaneutral. Bereits ab dem kommenden Jahr will der weltweit größte Autozulieferer Bosch klimaneutral sein. Ab 2020 sollen die über 400 weltweiten Bosch-Standorte – von der Entwicklung über die Produktion bis zur Verwaltung – keinen CO2-Fußabdruck mehr hinterlassen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Mit diesem Vorhaben ist Bosch eines der ersten großen Industrieunternehmen weltweit.

„Der Klimawandel wartet nicht“, erklärte Bosch-Chef Volkmar Denner. „Wir übernehmen Verantwortung für den Klimaschutz und handeln deshalb jetzt“.

Kurzfristig wolle der Konzern mehr Ökostrom zukaufen und unvermeidbare CO2-Emissionen mit Kompensationsmaßnahmen ausgleichen. Hier investiert das Unternehmen in Umweltprojekte, „die die soziale und ökologische Entwicklung unterstützen und nach strengen Standards zertifiziert sind“, teilte das Unternehmen mit. So werde das Unternehmen statistisch gesehen nicht mehr zur Steigerung der Treibhausgase in der Atmosphäre beitragen.

Streit in Deutschland über CO2-Steuer. Teile der Industrie und der Wirtschaft sprachen sich positiv für die Idee einer CO2-Besteuerung aus. Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) forderte beispielsweise am Donnerstag, den 9. Mai, eine „zügige Einführung einer Bepreisung aller klimaschädlichen Emissionen“. Dies soll ausnahmslos wie auch aufwandsneutral geschehen und alle Treibhausgase umfassen, heißt es in der Pressemitteilung. Die DGS schlägt einen Preis von 180 Euro pro Tonne CO2 vor.

Im Gegensatz dazu sprechen sich andere Organisationen wie der Wirtschaftsrat der CDU und der Bund der Steuerzahler (BdSt) klar gegen eine solche Besteuerung aus. „Angesichts sich verdunkelnder Wolken am Konjunkturhimmel und den Plänen zu umfangreichen Steuersenkungen in Frankreich, Großbritannien, Schweden und den USA muss auch Deutschland reagieren, will es seine Wettbewerbsposition halten, und zwar mit einer Unternehmenssteuerreform und der Abschaffung des Solis und nicht mit der Einführung einer CO2-Steuer“, fordert der Generalsekretär des Wirtschaftsrates der CDU, Wolfgang Steiger.

Eine nationale CO2-Steuer hätte unabsehbare Zusatzlasten für die Bürger und Betriebe in Deutschland zur Folge, moniert seinerseits der BdSt. Gleichzeitig wäre zudem klimapolitisch wenig damit zu erreichen. Die deutschen Energiepreise würden weiter steigen, ohne dass die Emissionen weltweit substanziell sinken, argumentiert der BdSt weiter.

„Wenn die Bundesregierung neue klimapolitische Impulse setzen will, sollte sie stattdessen eine EU-weite Ausweitung des CO2-Zertifikathandels auf weitere Sektoren anstreben. Er müsste perspektivisch auch mit Handelssystemen in anderen Weltregionen gekoppelt werden,” heißt es in der Pressemitteilung.

Auch die EU-Spitzenkandidaten streiten über CO2-Steuer. Beim TV-Duell zwischen den Spitzenkandidaten der Konservativen, Manfred Weber, und der Sozialdemokraten, Frans Timmermans, am Dienstagabend, 7. Mai, zeigten sich die unterschiedlichen Ansichten zu einer europaweiten CO2-Steuer. Timmermans forderte, eine CO2-Steuer für den Klimaschutz „unbedingt“ und „schnell“ auf europäischer Ebene einzuführen. Dies müsse jedoch auch „mit sozialer Gerechtigkeit“ einhergehen. Weber hingegen lehnte eine CO2-Steuer ab und warnte vor steigenden Benzin- und Heizölpreisen für die Bürger sowie vor Arbeitsplatzverlusten bei den Unternehmen. Der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) wies darauf hin, dass in Frankreich die Erhöhung der Benzinpreise ein Auslöser der Protestbewegung der „Gelbwesten“ gewesen sei.

Französisches Umweltministerium „kurz vorm Aussterben“. Laut den im französischen Umweltministerium (‚Ministère de la Transition écologique et solidaire‘) repräsentierten Gewerkschaften, steht das Ministerium „kurz vor dem Aussterben”. Wenn es trotzdem fortbestehen sollte, dann “liegt es daran, dass seine Mitarbeiter allen Widrigkeiten zum Trotz weitermachen,“ so Laurent Janvier von der Gewerkschaft ‚Force Ouvrière‘. Die Gewerkschaften des französischen Umweltministeriums sehnen sich nach einem “Weckruf”: Sie wollten im Zuge der am 9. Mai stattfindenden Streiks im öffentlichen Dienst gegen die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter im Ministerium protestieren.

Gesunkene CO2-Emissionen in der EU. Die europaweiten CO2-Emissionen aus der Verbrennung von Öl, Kohle und Gas sind im vergangenen Jahr gesunken. Vorläufigen Schätzungen zufolge wurden 2,5 Prozent weniger Kohlendioxid als im Vorjahr ausgestoßen, teilte die Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch, 8. Mai, mit. Demnach sank der Ausstoß des Treibhausgases in der Energieproduktion in rund zwei Drittel der EU-Länder.

Die stärksten Rückgänge verzeichnete Eurostat in Portugal (9,0 Prozent), Bulgarien (8,1 Prozent) und Irland (6,8 Prozent). Deutschland liegt mit einer Reduktion von 5,4 Prozent auf Rang vier. Wesentliche Zuwächse bei den CO2-Emissionen gab es jedoch in Lettland (8,5 Prozent) und auf Malta (6,7 Prozent).

Großbritannien kommt eine Woche lang ohne Kohlestrom aus. Erstmals seit der Inbetriebnahme des ersten Kohlekraftwerks im Jahr 1882 ist Großbritannien eine Woche lang ohne Kohlestrom ausgekommen. „Großbritannien hat es jetzt offiziell eine ganze Woche ohne Kohle geschafft“, verkündete der britische Netzbetreiber National Grid am Mittwoch auf dem Kurzbotschaften-Dienst Twitter.

Zweitwärmster April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Laut den neuesten Zahlen des Copernicus Climate Change Service war der April weltweit mehr als 0,6° Grad wärmer als der monatliche Durchschnitt zwischen den Jahren 1981-2010. Somit war April 2019 der zweitwärmste April seit Beginn der Aufzeichnungen. In Europa herrschten generell überdurchschnittlich hohe Temperaturen, insbesondere in weiten Teilen von Zentral-, Ost- und Nordeuropa.

Der Copernicus Climate Change Service wurde vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (EZMW) im Auftrag der Europäischen Union implementiert und stellt monatlich Klimadaten der globalen Durchschnittstemperatur der Luft und weitere Klimavariablen zur Verfügung.

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