Top-Meldungen dieser Woche aus dem Bereich Energie und Umwelt

In Bayern, 1.745.383 Millionen haben für ein besseres Naturschutzgesetz unterschrieben. [Shutterstock]

Energie und Umwelt im Gespräch – unser Überblick über die wichtigsten Meldungen in dieser Woche, in Deutschland und anderswo in Europa. In dieser Ausgabe: Kernkraft Brokdorf, die Niederlande und Frankreich, Bienen, CO2-Zertifikate und mehr.

Zwei meldepflichtige Ereignisse im Kernkraftwerk Brokdorf

Im Kernkraftwerk Brokdorf sind zwei meldepflichtige Ereignisse festgestellt worden, teilte die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) am 11. Februar in Kiel mit.

Bei dem ersten Ereignis konnten während  einer wiederkehrenden Prüfung zwei Außenluftklappen im Schaltanlagengebäude nach deren auslegungsgemäßem Schließen nicht von der Warte aus verfahren werden.

Die PreussenElektra-Betreibergesellschaft gab als Grund ein gleichzeitiges Anstehen der ZU- und der AUF-Meldung für die betroffenen Klappen infolge einer Schwergängigkeit der zugehörigen Endlagenschalter an. Die Schwergängigkeit wurde beseitigt und die Funktionsfähigkeit der Außenluftklappen wiederhergestellt. Die Betreibergesellschaft hat das Ereignis der Kategorie „N“ (Normalmeldung) zugeordnet.

Des Weiteren informierte die Reaktorsicherheitsbehörde darüber, dass ein Ereignis aus dem August vergangenen Jahres nunmehr als meldepflichtig eingestuft und seitens der Betreibergesellschaft gemeldet wurde, nachdem sich ein systematischer Zusammenhang und damit die Erfüllung eines Meldekriteriums herausgestellt hat.

Die Niederlande und Frankreich am weitesten von ihren Zielen für erneuerbare Energien entfernt

Im Jahr 2017 erreichte der Anteil der Energie aus erneuerbaren Quellen am Bruttoendenergieverbrauch in der Europäischen Union (EU) einen Wert von 17,5%, so der von Eurostat am 12. Februar 2019 veröffentlichten Bericht. Bis 2020 will die EU 20 % ihres Bruttoendenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen decken.

Elf EU-Mitgliedstaaten haben ihr individuelles Ziel für 2020 bereits erreicht: Bulgarien, Tschechien, Dänemark, Estland, Kroatien, Italien, Litauen, Ungarn, Rumänien, Finnland und Schweden.

Schweden, wo mehr als die Hälfte (53,9 %) des Bruttoendenergieverbrauchs von erneuerbaren Energiequellen abgedeckt wird, verzeichnete 2016 bei weitem den höchsten Anteil in den EU-Mitgliedstaaten, gefolgt von Finnland (38,7 %), Lettland (37,2 %), Österreich (33,5 %) und Dänemark (32,2 %). Am anderen Ende der Skala verzeichneten Luxemburg (5,4 %), Malta und die Niederlande (beide 6,0 %), Belgien (8,7 %) sowie das Vereinigte Königreich und Zypern (beide 9,3 %) die niedrigsten Anteile an erneuerbaren Energien, so Eurostat.

Im Gegensatz dazu sind die Niederlande (7,4 % von ihrem nationalen Zielwert für 2020 entfernt), Frankreich (6,7 %), Irland (5,3 %), das Vereinigte Königreich (4,8 %), Luxemburg (4,6 %), Polen (4,1 %) und Belgien (3,9 %) am weitesten von ihren jeweiligen Zielwerten entfernt.

18,4 Prozent der Bayern stimmen für Volksbegehren zur Artenvielfalt

Das unter dem Motto „Rettet die Bienen“ angesetzte Volksbegehren zur Artenvielfalt in Bayern ist das bislang erfolgreichste Volksbegehren des Landes. Das vorläufige Ergebnis entspricht einer Beteiligung von 18,4 Prozent. Damit ist der Weg frei für einen Volksentscheid. Für einen Erfolg der Initiative wäre lediglich eine Beteiligung von zehn Prozent nötig gewesen.

In Frankreich rufen 86 Parlamentarier nach einer ‚fairen und sozialen‘ CO2-Steuer

„Finden wir eine faire CO2-Steuer“ lautet der  Aufruf von 86 Abgeordneten der französischen Assemblée nationale aus fünf verschiedenen parlamentarischen Fraktionen. Die Proklamation wurde am 13. Februar in der Zeitung Le Figaro veröffentlicht veröffentlicht. In Frankreich hatte der Anstieg der CO2-Steuer den Aufstand der Gelbwesten (gilets jaunes) zur Folge gehabt. Die Steuererhöhung wurde daraufhin von der Regierung für ein Jahr eingefroren.

Die Abgeordneten, darunter das französische Umweltschwergewicht Matthieu Orphelin (ex-LREM), wollen sich von Ideen aus dem aktuell stattfindenden ‚grand débat national‘, sowie den Ereignissen in British Columbia, der Schweiz, Kalifornien oder Chilei inspirierenlassen.

Beschlossene Reformen zum EU-Emissionshandel treiben CO2-Preise

Die Preise für Emissionszertifikate (European Emission Allowances, EUA) haben sich im Verlauf des Jahres 2018 rund verdreifacht, so eine Pressemitteilung des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) vom 14. Februar.

Mit über 20 Euro pro Tonne CO2 liegen sie so hoch wie zuletzt vor mehr als zehn Jahren, fügte das Institut hinzu.

34 Prozent der Befragten nennen die zukünftige Löschung von Zertifikaten aus der Marktstabilitätsreserve als wichtigsten Grund für den Preisanstieg, so das ZEW weiter, während 21 Prozent die Verschärfung des Reduktionspfads, also letztendlich die beschlossene Verknappung der jährlich ausgegebenen Emissionszertifikate, als zentraler Preistreiber halten.

54 Prozent der Befragten erwarten gleichbleibend hohe Preise für EUA in den kommenden zwölf Monaten, entsprechend der Mehrheit, welche die beschlossenen Reformen als wichtigsten Preistreiber identifiziert.

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 9 Uhr Newsletter.