Top-Meldungen der Woche aus dem Bereich Energie und Umwelt

Die EU investiert über 10 Mrd. Euro in innovative saubere Technologien. [100% Campaign / Flickr]

Energie und Umwelt im Gespräch – unser Überblick über die wichtigsten Meldungen in dieser Woche in Deutschland und Europa. Diese Woche unter anderem: Gewinnrückgang, Solarstromspeicher, bienenschädliche Stoffe und Gemüseernte. 

Europäische Kommission genehmigt Übernahme von E.ON durch RWE

Die Europäische Kommission hat am Dienstag (5 März) die Übernahme von E.ON-Vermögenswerten aus dem Bereich der Erzeugung von Öko- und Atomstrom durch RWE nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt.

Die Genehmigung macht den Weg frei für RWE, um das Geschäft mit erneuerbaren Energien sowohl von E.ON als auch von Innogy, einer ehemaligen RWE-Tochtergesellschaft, zu erwerben.

Mit der Entscheidung wird ein Teil eines komplexen Vermögenswechsels zwischen den Energieversorgern abgewickelt, die die deutschen Energiemärkte verändern würden.

Im Anschluss an diesen Austausch wird RWE in erster Linie auf den vorgelagerten Märkten für Stromerzeugung und -großhandel tätig sein, während sich E.ON auf die Verteilung von Strom und Gas und den einschlägigen Einzelhandel konzentrieren wird, so die Pressemitteilung der Europäischen Kommission.

«Im Rahmen des Austausches von Vermögenswerten soll RWE i) den Großteil der E.ON-Vermögenswerte zur Erzeugung von erneuerbarem Strom und von Atomstrom sowie ii) eine Minderheitsbeteiligung von 16,67 Prozent an E.ON als Teilzahlung für die Vermögenswerte, die RWE im Rahmen des Austauschs an E.ON veräußert, erwerben. Die Übernahme der RWE-Verteilungs- und Einzelhandelssparte durch E.ON ist Gegenstand einer gesonderten Prüfung durch die Kommission, die noch nicht abgeschlossen ist (Sache M.8870),» heißt es weiter.

Neue Strategie und Gewinnrückgang für Engie

Der Französische Energiekonzern Engie, an dem der französische Staat knapp ein Viertel des Kapitals hält, will in seiner 2019-2021 Strategie auf erneuerbare Energien sowie Energielösungen für Kunde setzen, wie das Unternehmen am Donnerstag (28 Februar) mitteilte.

Der Nettogewinn fiel auf 1,03 von 1,32 Mrd. Euro im Vorjahr, während der Umsatz um 1 Mrd. auf 60,6 Mrd. Euro stieg.

EU investiert über 10 Mrd. Euro in innovative saubere Technologien

Die Europäische Kommission hat am Dienstag (5 März) Investitionen in Höhe von über 10 Mrd. Euro für CO2-arme Technologien in mehreren Sektoren im Rahmen des Innovationsfonds angekündigt. Im diesem Fonds werden Mittel in Höhe von rund 10 Mrd. Euro – abhängig vom CO2-Preis – gebündelt. Im Zeitraum 2020-2030 werden mindestens 450 Mio. Zertifikate im Rahmen der Richtlinie über das EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS) auf dem CO2-Markt verkauft werden. Die Einnahmen aus diesen Verkäufen hängen vom CO2-Preis ab, der derzeit bei rund 20 Euro liegt.

Die Kommission plant, die erste Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen des Innovationsfonds bereits 2020 zu veröffentlichen. Bis 2030 sollen regelmäßig weitere Aufforderungen folgen.

Mit dem Innovationsfonds sollen die richtigen finanziellen Anreize für Unternehmen und Behörden geschaffen werden, schon heute in die nächste Generation CO2-armer Technologien zu investieren. Außerdem sollen die EU-Unternehmen von den Vorteilen der Vorreiterrolle profitieren, um weltweit führend im Technologiebereich zu werden, so die Europäische Kommission in einer Pressemitteilung.

Der Innovationsfonds wird für die ausgewählten Projekte Finanzhilfen bereitstellen, die bis zu 60 Prozent der mit Innovationen verbundenen zusätzlichen Kapital- und Betriebskosten decken, wobei die Mittel flexibel je nach Bedarf der einzelnen Projekte ausgezahlt werden können, erklärt sie weiter.

32.500 Kreditzusagen für Solarstromspeicher

Während der Laufzeit des Programms „Erneuerbare Energien Speicher“ (Mai 2013-Dezember 2018) hat die KfW insgesamt rund 32.500 kleine Photovoltaik-Batteriespeichersysteme mit Krediten und Tilgungszuschüssen aus dem Etat des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert. Das insgesamt ausgereichte Kreditvolumen liegt bei 534 Mio. EUR. Das ausgelöste Investitionsvolumen betrug rund 700 Mio. EUR, teilte die KfW am Dienstag (26 Februar) mit.

Die Ziele des Förderprogramms waren es, Photovoltaik-Anlagen in das deutsche Stromsystem zu integrieren sowie die Technologie stationärer Batteriespeichersysteme voranzutreiben und den Markt hierfür zu entwickeln. Außerdem sollten die Kosten der Systeme gesenkt und technische Standards etabliert werden, erklärte das Finanzinstitut in einer Pressemitteilung.

Einigung des Europäischen Parlaments und den Mitgliedstaaten über neue Referenzwerten  für CO2-arme  Investitionen

Die Vereinbarung beider Institutionen schafft zwei neue Kategorien von kohlenstoffarmen Referenzwerten: einen Referenzwert für den Klimawandel und einen weiteren, der die Anlageportfolios mit dem Ziel des Übereinkommens von Paris in Einklang bringt.

Die vereinbarten Regeln, die von der Kommission im Mai 2018 erstmals vorgeschlagen wurden, unterstützen die Ziele der Kapitalmarktunion, die Finanzierung mit den Bedürfnissen der Wirtschaft und der EU-Agenda für nachhaltige Entwicklung zu verbinden, erklärte die Europäische Kommission am Dienstag (26 Februar) in einer Pressemitteilung.

Die Referenzwerte haben einen wichtigen Einfluss auf die Investitionsströme. Viele Anleger verlassen sich bei der Schaffung von Anlageprodukten, bei der Messung der Performance von Anlageprodukten und bei Anlagestrategien auf sie, so die Europäische Kommission weiter. 

Das Europäische Parlament und der Rat müssen die Regeln noch formell genehmigen.

Steigende Emission von grünen Anleihen in China 

Die Gesamtemission grüner Anleihen (green bonds) aus China hat eine Höhe von 42,8 Mrd. US Dollar erreicht. Dies entspricht einem Anstieg von 12% gegenüber dem Vorjahr und festigte die Position des Landes als zweitgrößter Markt für grüne Anleihen der Welt, so eine am Donnerstag (28 Februar) veröffentlichte Studie von Climate Bonds Initiative und China Central Depository & Clearing Co. Ltd (CCDC).

Im laufenden Jahr verbesserte sich die Qualität grüner Anleihen sowie die Transparenz chinesischer grüner Anleihen, heißt es in der Studie. Es wird erwartet, dass das Wachstum auf dem chinesischen, grünen Finanzmarkt durch die politische Unterstützung und die weitere regulatorische Entwicklung beschleunigen wird.

Bei grünen Anleihen geht es darum, Projekte oder Unternehmen zu finanzieren, welche die Mittel für Investitionen zum Schutz von Klima und Umwelt verwenden – beispielsweise zum Bau von Solaranlagen.

Schwedisches ‘Nein’ zu bienenschädlichen Stoffen

Ein schwedisches Gericht hat am Mittwoch (27 Februar) die von der nationalen Chemikalienbehörde für die Verwendung von Imidacloprid bei Zuckerrüben erteilte «Notfallgenehmigung» ausgesetzt. Dies ist eine Vorabentscheidung, ein abschließendes Urteil wird folgen.

Das Gericht verwies auf das Vorsorgeprinzip und die Tatsache, dass der Umweltschaden unumkehrbar wäre. Die Entscheidung, das Gaucho WS 70 (Imidacloprid) zu genehmigen, würde „Folgen für die Umwelt haben wird, die schwer wiederherzustellen sind,“ so die Begründung. Daher sollte die angefochtene Entscheidung „bis auf Weiteres nicht gelten“.

Der Fall wurde von Naturskyddsföreningen, der schwedischen Gesellschaft für Naturschutz, eingereicht.

Gemüseernte 2018 deutlich durch Trockenheit beeinflusst

Im deutschen Gemüseanbau hat sich der trockene Sommer 2018 deutlich bemerkbar gemacht, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag (28 Februar) mit. Im Vergleich zum Vorjahr waren bei fast allen Gemüsearten rückläufige Erntemengen zu verzeichnen.

Laut der Pressemitteilung wurde besonders bei Hülsenfrüchten eine um 25 Prozent geringere Erntemenge beobachtet. Die Kohlgemüsearten lagen mit einer Erntemenge von 730 400 Tonnen etwa 21 % unter dem Vorjahreswert, während die Erntemenge bei der in Deutschland erntestärksten Gemüseart Möhren und Karotten 625 400 Tonnen erreichte, was einen Rückgang von etwa 15 % bedeutet, wobei die Anbaufläche sogar um 3 Prozent gewachsen war.

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