Top-Meldungen aus dem Bereich Energie und Umwelt

Top-Meldungen aus dem Bereich Energie und Umwelt [shutterstock]

Energie und Umwelt im Gespräch – unser Überblick über die wichtigsten Meldungen in dieser Woche, in Deutschland und anderswo in Europa. In dieser Ausgabe: Divestment in Norwegen, Kükentöten, CO2-Grenzwerte und mehr.

Divestment. Das norwegische Parlament hat am Mittwoch, 12. Juni, die Investitionsbedingungen ihres Staatsfonds verschärft und will künftig ebenso Unternehmen ausschließen, die über 10 GW Kohleverstromungskapazitäten besitzen oder jährlich über 20 Millionen Tonnen Kohle produzieren.

Rund 150 Öl- und Gasunternehmen sind von dieser Entscheidung betroffen. Der Aktienanteil beträgt nach Schätzung des Norwegischen Finanzministeriums 66 Milliarden NOK – das sind 7,5 Milliarden US-Dollar. Für Deutschland bedeutet diese Entscheidung, dass RWE einen seiner wichtigsten Aktionäre verliert. Aktuell besitzt der norwegische Pensionsfonds als viertgrößter Einzelaktionär noch 3,12 Prozent aller RWE-Aktien.

Der Fonds darf erstmals bis zu 20 Milliarden USD in erneuerbare Energien investieren (2 Prozent des Fonds), wobei er hauptsächlich mit Wind- und Solarprojekten in entwickelten Märkten beginnt. Zuvor lag die Empfehlung der anfänglichen Investition in erneuerbare Energien bei bis zu 14 Milliarden USD. Mit der tatsächlichen Investitionsobergrenze von 2 Prozent, liegt das Budget mit 20 Milliarden USD weit über den vorherigen Empfehlungen.

Nach einer vom Norwegischen Finanzministerium selbst in Auftrag gegebenen Analyse wird der Wert des globalen Infrastrukturmarktes für erneuerbare Energien nach Schätzungen um fast 50 Prozent von 2,9 Billionen US-Dollar im Jahr 2017 auf 4,2 Billionen US-Dollar im Jahr 2030 steigen. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf den Ausbau neuer Solar- und Windkraftkapazitäten zurückzuführen.

Der norwegische Pensionsfonds ist der größte Staatfonds der Welt, mit einem verwalteten Vermögen von rund 930 Milliarden Euro. Der Fonds hält Anteile an über 9000 Unternehmen und besitzt durchschnittlich 1,3 Prozent aller börsennotierten Unternehmen der Welt.

Europäischer Rat will UN-Klimafonds auffüllen

Die Mitgliedsstaaten wollen sich verpflichten, die Mobilisierung internationaler Klimafinanzierung auf ein neues Level zu heben. Dazu soll der Green Climate Fund aufgefüllt werden, heißt es in einem Entwurf der Ratserklärung, der auf dem EU-Gipfel nächste Woche verabschiedet werden soll. EURACTIV konnte die Erklärung vorab einsehen.

Kükentöten. Das massenhafte Kükentöten in der deutschen Geflügelwirtschaft bleibt vorerst erlaubt, soll aber bald der Vergangenheit angehören. Das Bundesverwaltungsgericht entschied am Donnerstag, 13. Juni, das Töten von männlichen Küken sei „tierschutzrechtlich nur noch übergangsweise zulässig“. Ein Ende dieser Praxis soll vor allem die Geschlechtsbestimmung im Ei ermöglichen. Rund 45 Millionen männliche Küken aus Legehennenrassen werden derzeit jedes Jahr in Deutschland getötet, da ihre Aufzucht für die Brutbetriebe unwirtschaftlich ist. Im Jahr 2013 wollte die damalige rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen dies verbieten. Betriebe klagten damals jedoch erfolgreich gegen einen Erlass des damals von den Grünen geführten Landwirtschaftsministeriums. Das Oberverwaltungsgericht in Münster entschied im Jahr 2016, dass das Kükentöten mit dem Tierschutzgesetz vereinbar sei. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte im Revisionsverfahren dieses Urteil zwar im Ergebnis, hält die Praxis in den Brutbetrieben aber nur noch vorübergehend für zulässig. „Die Belange des Tierschutzes wiegen schwerer als das wirtschaftliche Interesse der Brutbetriebe“, erklärte das Gericht.

Warum das Kükentöten weitergeht

Das Töten von Millionen männlicher Küken get weiter. Dabei existiert bereits eine solche Methode. Warum ist das Verfahren noch nicht in deutschen  Brütereien im Einsatz? Ein Gespräch mit dem Entwickler.

 

Verbindliche CO2-Grenzwerte für Lkw und Busse. Die Mitgliedstaaten der EU haben am Donnerstag, 13. Juni, die erstmals verbindlich festgelegten CO2-Grenzwerte für Busse und Lkw gebilligt. Eine entsprechende Verordnung nahm am Donnerstag bei einem EU-Ministertreffen in Luxemburg die letzte formelle Hürde. Der Emission neuer Lkw soll demnach bis zum Jahr 2025 um 15 Prozent und bis 2030 um 30 Prozent gesenkt werden. Die Unterhändler des EU-Parlaments und der Mitgliedstaaten hatten sich nach langem Tauziehen auf die Grenzwerte geeinigt. Sie gelten dabei jeweils für die gesamte Flotte eines Herstellers. Geplant sind zudem Anreize für die Produktion von Fahrzeugen mit niedrigen bis gar keinen Emissionen. Bisher hatte die EU CO2-Reduktionsziele nur für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge festgelegt. Lkw und Busse verursachen nach Angaben der
EU-Kommission etwa ein Viertel der CO2-Emissionen im Straßenverkehr und rund sechs Prozent der gesamten CO2-Emissionen in der EU.

Schärfere Düngeregeln. Nach der Einigung auf schärfere Düngeregeln für Bauern hat die Bundesregierung Details zu den Maßnahmen vorgelegt, mit denen die Nitratbelastung des Grundwassers künftig verringert werden soll. Für die besonders belasteten „roten Gebiete“ ist eine Reduzierung der Düngung um 20 Prozent im Betriebsdurchschnitt vorgesehen, wie das Bundeslandwirtschafts- und das Bundesumweltministerium am Donnerstagabend mitteilten. Außerdem sollen Sperrzeiten verlängert und die Abstände zu Gewässern beim Düngen vergrößert werden. Nötig sind die schärferen Vorgaben, um EU-Vorgaben einzuhalten und hohe Strafzahlungen für Deutschland zu vermeiden. In Deutschland ist das Grundwasser an vielen Orten noch heutzutage zu stark mit Nitrat belastet. Die Belastung wird vor allem durch die Landwirtschaft verursacht.

Weltweite 11 Millionen Menschen im Bereich der erneuerbaren Energien beschäftigt. Nach der jüngsten Analyse der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) waren 2018 weltweit elf Millionen Menschen im Bereich der erneuerbaren Energien beschäftigt. Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2017 nur 10,3 Millionen. Da immer mehr Länder Technologien für erneuerbare Energien herstellen, vertreiben und einsetzen, sind die Arbeitsplätze nach dem jüngsten Bericht “Renewable Energy and Jobs – Annual Review” im Bereich der erneuerbaren Energien trotz eines langsameren Wachstums in wichtigen Märkten für erneuerbare Energien, einschließlich China, auf ihr derzeit höchstes Niveau gestiegen, heißt es in der Pressemitteilung.

 

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