Top-Meldungen aus dem Bereich Energie und Umwelt

Top-Meldungen aus dem Bereich Energie und Umwelt. [Anna_Pustynnikova, shutterstock]

Energie und Umwelt im Gespräch – unser Überblick über die wichtigsten Meldungen in dieser Woche, in Deutschland und anderswo in Europa. In dieser Ausgabe: Nord Stream 2, Kohleausstiegsgesetz, ‚Superfood‘ und mehr.

Nutzung erneuerbarer Energien nimmt in allen EU-Staaten zu. Die Nutzung erneuerbarer Energien ist in den vergangenen 10 Jahren in allen 28 EU-Staaten gestiegen. Im Durchschnitt erhöhte sich der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch zwischen 2007 und 2017 um rund 7 Prozent von 10,6 Prozent auf 17,5 Prozent. Die Vorreiter der Energiewende sind in Nordeuropa zu finden, wie das Statistischen Bundesamtes (Destatis) in einer Presseaussendung anlässlich des „SDG Global Festival of Action“ der UN vom 2. bis 4. Mai in Bonn mitteilte.

Greenpeace und ClientEarth legen gemeinsamen Entwurf für Kohleausstiegsgesetz vor. Die Organisationen Greenpeace und ClientEarth forderten Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Donnerstag, 2. Mai, auf, die Ergebnisse der sogenannten Kohlekommission zügig umzusetzen und so konkrete CO2-Einsparziele zu erreichen. Dafür legten sie einen eigenen Entwurf für ein Kohleausstiegsgesetz vor, der auch eine konkrete Abschaltliste für Braun- und Steinkohlekraftwerke enthält. Der Vorschlag der beiden Umweltorganisationen, der sich im formalen Aufbau an üblicherweise von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwürfen orientiert, sieht entsprechend des Kohlekompromisses drei Phasen vor: In der ersten Phase bis Ende 2022 werden 3,1 Gigawatt (GW) Braunkohlekapazitäten in Nordrhein-Westfalen abgeschaltet. So wird der Hambacher Wald vor dem Abbaggern gerettet und vom Tagebau bedrohte Dörfer geschützt. In der zweiten Phase werden Kraftwerk für Kraftwerk vom Netz genommen – insgesamt Kapazitäten von 8GW Braunkohle und 13GW Steinkohle bis Ende 2026. Betreiber von Kraftwerken und Tagebauen sollen dabei nur in Ausnahmefällen entschädigt werden, etwa wenn aufgrund des Erhalts von betroffenen Dörfern nur kurze Übergangsfristen gewährt werden. Die dritte Phase sieht eine festgelegte Reihenfolge zum Abschalten der verbliebenen Kraftwerke vor, wobei das Tempo abhängig von dem zu entscheidendem Enddatum ist. Damit wird das Sondervotum der Umweltverbände berücksichtigt, die einen vollständigen Ausstieg aus der Kohle bis 2030 anstreben.

Nord Stream 2 legt Berufung gegen Entscheidung dänischer Energiebehörde ein. Die Gazprom-Tochter Nord Stream 2 hat Berufung gegen eine Entscheidung der dänischen Energiebehörde eingelegt, die den Weiterbau der Pipeline zu verzögern droht. Nord Stream 2 habe bereits am 26. März Berufung eingelegt, teilte das Konsortium am Dienstag mit. Die dänische Behörde verlangt demnach eine Umweltstudie, bevor sie den Bau in der zu Dänemark gehörenden „ausschließlichen Wirtschaftszone“ genehmigt, dem Meeresgebiet jenseits des Küstenmeeres. Diese Entscheidung müsse annulliert werden, forderte Nord Stream 2. Stattdessen sei die Erlaubnis für den nordwestlichen Strang der Pipeline „ohne Verzögerung“ zu erteilen. Die fehlende dänische Erlaubnis ist das letzte Hindernis vor der Fertigstellung, die für Ende dieses Jahres geplant ist.

Atomkraft, Nein Danke. Umweltministerinnen deutschsprachiger Länder haben sich am 29. und 30. April in Münster getroffen. Neben Svenja Schulze waren Umweltministerin Carole Dieschbourg (Luxemburg); Regierungsrätin Dominique Hasler (Liechtenstein); Umweltministerin Elisabeth Köstinger (Österreich) und Bundesrätin Simonetta Sommaruga (Schweiz) dabei. Die Ministerinnen haben sich im Vorfeld der kommenden UN-Klimakonferenz COP 25 in Santiago (Chile) im Dezember 2019 über den Stand der Verhandlungen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und zu Fortschritten im Klimaschutz ausgetauscht. Sie waren sich einig, dass die EU auf der Basis des Vorschlags der Europäischen Kommission bald eine ambitionierte, langfristige Strategie zum Klimaschutz entwickeln müsse. Atomkraft dürfe in einer treibhausgasneutralen Energieversorgung währenddessen aufgrund ihrer Risiken und Kosten keine Rolle mehr spielen, heißt es in der Pressemitteilung.

Regionale ‚Superfood‘. Zahlreiche exotisch klingende Lebensmittel aus Asien, Nord- und Südamerika und Afrika, die vor wenigen Jahren hierzulande noch weitgehend unbekannt waren, finden Verbraucher heute im Handel, teilte die Organisation Tüv Süd am 30. April mit. Die Zahlen des statistischen Bundesamtes belegen die steigende Nachfrage nach exotischen Lebensmitteln, so die Mitteilung weiter: So wurden 2016 ganze 155 Prozent mehr Chiasamen verkauft als 2015, bei Amaranth waren es 91 Prozent und bei Quinoa 51 Prozent mehr. Der Avocado-Markt boomt ebenso: Nach Deutschland wurden 2008 insgesamt 19.300 Tonnen Avocado importiert. Acht Jahre später hat sich die Anzahl mit 58.500 Tonnen mehr als verdreifacht. Das Angebot an regionalem „Superfood“ ist aber enorm moniert Tüv Süd: Walnüsse, Grünkohl, Brokkoli, Rote Beete, Spargel, Leinsamen, Hirse und viele Kräuter, viele regionale Produkte können dabei mit den Exoten locker mithalten. Sie seien ebenso wertvoll in ihren Inhaltsstoffen und wegen ihrer kürzeren Lieferwege auch noch frischer und zudem ökologisch günstiger.

EU legt Milliarden-Kreditprogramm für junge Landwirte auf. Die EU hat ein Kreditprogramm von einer Milliarde Euro aufgelegt, um junge Bauern besser zu unterstützen. Für Landwirte unter 40 Jahren sei die Finanzierung ihrer Höfe „zu oft ein Hindernis“, erklärte EU-Agrarkommissar Phil Hogan am Montag. 2017 wurden laut Kommission 27 Prozent aller Kreditanträge von jungen Bauern abgelehnt, im Vergleich zu nur neun Prozent bei älteren Landwirten. Das Programm wird durch die Europäische Investitionsbank (EIB) finanziert, verwaltet wird es durch die Mitgliedstaaten und dortige Banken. Teilnehmende Institute sind aufgefordert, den EIB-Kreditbetrag zu verdoppeln, so dass insgesamt zwei Milliarden Euro an Darlehen zur Verfügung stehen sollen. Die Kredite sollen dabei lange Laufzeiten von bis zu 15 Jahren haben. Erste Rückzahlungen sollen auch erst nach bis zu fünf Jahren erfolgen und die Zinssätze unter den marktüblichen Aufschlägen liegen. Nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat waren im Jahr 2016 knapp elf Prozent der 10,3 Millionen Bauern in der EU „junge Landwirte“ unter 40 Jahren. In Deutschland lag der Anteil mit 14,6 Prozent dabei deutlich höher.

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