Top-Meldungen aus dem Bereich Energie und Umwelt

Top-Meldungen der Woche. [Claire Stam]

Energie und Umwelt im Gespräch – unser Überblick über die wichtigsten Meldungen in dieser Woche, in Deutschland und anderswo in Europa. In dieser Ausgabe: Energiemarkt, UN-Weltklimarat, Kohle in China und mehr.

Reform des europäischen Energiemarktes. Das EU-Parlament hat am Dienstag, 26. März, einer Reform des europäischen Energiemarktes zugestimmt. Mit breiter Mehrheit stimmten die Abgeordneten in Straßburg für eine entsprechende Einigung, die im Dezember mit den Mitgliedstaaten erzielt worden war. Demnach wird die staatliche Unterstützung für Kohleenergie beschränkt, die Position der Verbraucher gestärkt und der grenzüberschreitende Stromhandel begünstigt.

„Die neuen Regeln werden strengere Grenzen für die Mitgliedstaaten einführen, um Kraftwerke zu subventionieren“, hieß es in einer Erklärung. So soll verhindert werden, dass umweltschädliche Kraftwerke staatliche Beihilfen erhalten.

Für die Verbraucher sehen die neuen Regeln vor, dass sie ab 2021 kostenlos und innerhalb von maximal drei Wochen den Stromanbieter wechseln können. Ab 2026 muss der Wechsel  innerhalb von 24 Stunden möglich sein.

Um den Ausbau des EU-Binnenmarktes voranzutreiben, werden die Mitgliedstaaten dazu angehalten, beim Ausbau der Netzinfrastruktur ein schnelleres Tempo an den Tag zu legen. Insbesondere fehlende grenzüberschreitende Stromtrassen schränken den Stromhandel zwischen benachbarten EU-Ländern derzeit stark ein.

UN-Weltklimarat. Die Arbeitsgruppe III des Weltklimarats IPPC werden am 1. und 5. April 2019 in Edinburgh (Vereinigtes Königreich) zusammenkommen, die Abmilderung des Klimawandels zu bewerten – Reaktionen und Lösungen für die Bedrohung durch den gefährlichen Klimawandel, indem die Emissionen und die Senken der für die globale Erwärmung verantwortlichen Treibhausgase verringert werden. Das kündigte die Organisation am Mittwoch, 27 März.

Über 180 Autoren aus mehr als 65 Ländern werden sich eine Woche lang treffen, um einen ersten Entwurf des Berichts zu erstellen, der im Juli 2021 fertiggestellt werden soll. Das Treffen wird von der schottischen Regierung veranstaltet.

Zum ersten Mal wird die Arbeitsgruppe III Themen wie den Zusammenhang zwischen Verbrauch und Verhalten und Treibhausgasemissionen, sowie die Rolle von Innovation und Technologie untersuchen, heißt es in einer Pressemitteilung.

In dem Bericht wird der Zusammenhang zwischen kurzfristigen Maßnahmen und deren Vereinbarkeit mit dem langfristigen Temperaturziel des Pariser Abkommens bewertet. Sie wird Minderungsoptionen in Sektoren wie Energie, Land- und Forstwirtschaft und Landnutzung, Gebäude, Verkehr und Industrie prüfen, erklärt der Klimarat weiter.

Anteil erneuerbarer Energien steigt auf 16,6 Prozent. Im Stromsektor deckten die erneuerbaren Energien fast 38 Prozent des gesamten deutschen Bruttostromverbrauchs, teilte das Umweltbundesamt am Mittwoch, 27 März, mit. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch für Strom, Wärme und Verkehr insgesamt steigt von 15,5 Prozent im Jahr 2017 auf vorläufig 16,6 Prozent im Jahr 2018, heißt es in einer Pressemitteilung weiter.

Bei der Wärme stieg der Beitrag der erneuerbaren Energien nur leicht an und liegt mit knapp 14 Prozent in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Im Verkehrssektor steigt der Anteil leicht um 0,4 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent. Damit nähert sich Deutschland seinem verbindlichen Ziel von 18 Prozent im Jahr 2020 und rund 184 Millionen Tonnen Treibhausgase (CO2-Äquivalente) konnten durch erneuerbare Energien im Jahr 2018 vermieden werden, so die Mitteilung weiter.

Europäische Finanzzentren führen Green Finance Index an. Laut der am Dienstag, 27. März, veröffentlichten Ausgabe des Global Green Finance Index führen Amsterdam und London weiterhin die neuesten globalen Rankings für grüne Finanzzentren an. Kopenhagen, Zürich und Paris sind dicht dahinter.
Der Global Green Finance Index (GGFI) wird alle sechs Monate veröffentlicht und stuft die globalen Finanzzentren nach Tiefe und Qualität ihres Green-Finance-Angebots ein. Investitionen in erneuerbare Energien, nachhaltige Infrastrukturfinanzierung und grüne Anleihen waren nach wie vor die Bereiche, die für Finanzfachleute am meisten von Interesse sind.

Liquified Natural Gas (LNG)-Infrastruktur. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch, 27. März, die vom BMWi vorgelegte Verordnung zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Aufbau der LNG-Infrastruktur in Deutschland beschlossen, kündigte das Bundeswirtschaftsministerium in einer Pressemitteilung.

Bis dato war der Anschluss der LNG-Anlagen an das Fernleitungsnetz ein Hemmnis für den Aufbau von LNG-Importterminals. Denn die hohen Kosten für zum Teil sehr lange Leitungen können LNG-Projekte unwirtschaftlich machen, heißt es in der Pressemitteilung weiter.  Künftig müssen die Fernleitungsnetzbetreiber die Leitungen zwischen LNG-Anlagen und dem Fernleitungsnetz errichten und den Großteil der Kosten dafür tragen.

CO2-Bepreisung. Europa braucht einen einheitlichen Preis für CO2, schreiben Ex-Bundes-Finanzminister Hans Eichel und Ex-Wirtschaftsminister Edmond Alphandery in einem Gastbeitrag für den Handelsblatt am 25. März. „Wir müssen viel härter umsteuern, um die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. Denn nichts weniger als die Zukunft der Menschheit steht auf dem Spiel,“ schreiben sie.

China drängt nach mehr Kohle. Ein gemeinsamer Bericht der Umweltgruppen Global Energy Monitor, Greenpeace und des Sierra Club hat vor Chinas zunehmenden Einsatz von Kohle gewarnt und ein Vorschlag zur Erhöhung der Kapazität könnte die globalen Klimaschutzziele gefährden. Peking hatte zugesagt, die Kohleindustrie zurückzufahren, aber im neuen Bericht heißt es, die chinesische Regierung habe den Bau von Kohlekraftwerken insgeheim wieder aufgenommen. In dem Bericht wurde auch ein Anstieg des Kohleverbrauchs festgestellt. Peking hat 2012 und 2013 Maßnahmen eingeführt, um die Nachfrage nach Kohle zu bremsen, unter anderem durch Kreditverknappung, Begrenzung der Produktion und die unbefristete Aussetzung von Dutzenden Kohlekraftwerken im Bau. Die jüngsten Satellitenaufnahmen zeigen, dass China den Bau von Dutzenden zuvor in Kohlekraftwerken stillgelegter Kraftwerke in aller stille wieder aufgenommen hat.

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.