Technologie: Lkw könnten sehr viel effizienter sein

Traffic jam

Lkw machen weniger als 5 Prozent aller Fahrzeuge auf europäischen Straßen aus, sind aber für rund ein Viertel aller Treibhausgas-Emissionen auf der Straße verantwortlich. [Stringer/Reuters]

Lkw könnten sehr viel treibstoffeffizienter sein und Spediteure pro Fahrzeug 5.700 Euro jährlich sparen, wenn bereits verfügbare Technologien eingesetzt würden, so ein neuer Bericht der Transportorganisation Transport & Environment (T&E), der heute veröffentlicht wurde.

Solche neuen Technologien würden jedoch kaum genutzt, kritisiert T&E. Die Organisation nennt als Beispiel das sogenannte Turbo-Compounding, mit dem der Kraftstoffverbrauch um drei Prozent gesenkt werden könnte. Diese Technologie ist seit 15 Jahren auf dem Markt, aber nur 0,24 Prozent der europäischen Lastkraftwagen nutzen sie.

Ein weiteres Beispiel seien Reifen mit niedrigem Straßenwiderstand, die einfach auf Lkw aufgezogen werden könnten. Sie reduzieren den Spritverbrauch um durchschnittlich sieben Prozent, kommen aber lediglich bei ungefähr ein Prozent der Trucks zum Einsatz, so der Bericht von T&E, der auf Daten des International Council on Clean Transportation beruht.

Spediteure geben für Kraftstoff derzeit durchschnittlich 32.000 Euro im Jahr pro Lastkraftwagen aus. Laut T&E könnten 18 Prozent dieser Kosten eingespart werden.

Die EU-Kommission will Anfang 2018 neue Kraftstoff-Effizienzrichtlinien sowie CO2-Standards für Lkw vorschlagen. Gegenüber EURACTIV.com erklärt T&E dazu, die neuen Regeln müssten deutlich strikter werden, „damit sich der Markt endlich bewegt und diese effizienten Technologien effektiver genutzt werden.“

Kommission denkt über Effizienzstandards für LKW nach

Europa hinkt bei der Regulierung der Kraftstoffeffizienz von LKW hinterher. Die Kommission will das Problem aber mit neuen Gesetzesvorschlägen angehen.

Stef Cornelis, bei T&E zuständig für sicherere und sauberere Trucks, schreibt in einer Pressemitteilung, die Nichtbeachtung der neuen Technologien sei ein „klassischer Fall von Marktversagen: Technologien, die durchschnittlich seit mehr als fünf Jahren auf dem Markt sind, werden nur in 15 Prozent der Lkw eingesetzt.“

Weiter erklärt er, EU-weite Kraftstoffstandards für Lkw würden dieses Versagen beheben: „Solche Truck-Standards gibt es heute schon in Nordamerika, China und Japan, wo sie immer mehr dazu beitragen, dass solche fortschrittlichen Technologien zum Kraftstoffsparen in neuen Trucks verwendet werden.“ Im Angesicht der möglichen finanziellen Einsparungen sei es „eine Schande, dass so viel Technik einfach ignoriert wird”, fasst Cornelis zusammen.

Lkw machen weniger als fünf Prozent aller Fahrzeuge auf europäischen Straßen aus, sind aber für rund ein Viertel aller Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Noch wesentlicher: Ihr Kraftstoffverbrauch hat sich in den letzten 20 Jahren kaum verbessert. „Ein im Jahr 2015 gebauter Lkw verbraucht praktisch genau so viel Sprit wie ein Truck von 1995,” kritisiert T&E.

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