„Sports for Future“: Deutsche Sportler erheben ihre Stimme gegen den Klimawandel

"Es gibt keinen Planeten B" steht auf der Pappe von "Fridays for Future"-Demonstranten in Berlin. [CLEMENS BILAN/EPA-EFE]

Deutsche Sportler, Verbände, Vereine und Unterstützer haben sich zusammengeschlossen, um die Bewegung „Fridays for Future“ zu unterstützen und das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Bekämpfung des Klimawandels zu schärfen. Besonders die Förderung umweltfreundlicher Praktiken im Sportmanagement sollen unterstützt werden.

Nach dem Vorbild der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg haben Tausende von Schülern auf der ganzen Welt die Schule geschwänzt, um gegen das Fehlen von staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels zu protestieren. Der deutsche Sport will sich dem Kampf anschließen und startete im Juli die Initiative „Sports for Future“.

Die Allianz ist sich bewusst, dass Sport, wie alle anderen Massenveranstaltungen, große ökologische Auswirkungen hat und somit Teil der Klimakrise ist. Aber jetzt wollen sie auch Teil der Lösung sein.

„Wir wollen uns für eine lebenswerte Zukunft für unsere Kinder und zukünftige Generationen einsetzen“, heißt es im Manifest „Sports for future“. Mehr als hundert Organisationen, Vereine und Sportler haben es bereits unterzeichnet.

„Die Klimakrise ist kein temporäres und kein politisches Thema. Sie ist ein existenzielles Problem und die Lösung liegt in unser aller Verantwortung. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind eindeutig: Wir müssen aktiv werden. Jetzt. Der Sport ist in der Mitte der Gesellschaft, steht aber in dieser Frage noch nicht auf dem Spielfeld. Das wollen wir ändern“, heißt es im Text.

Die Initiative wurde von dem Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim ins Leben gerufen und schnell um weitere Mannschaften wie den SV Werder Bremen, den VfL Osnabrück, die Deutsche Sportjugend (Dsj), die Global United FC Organisation und die Athleten Fabian Hambüchen, Anni Friesinger, Holger Nikelis, Sebastian Polter, Jacqueline Otchere und Lutz Pfannenstiel ergänzt.

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Fußball begeistert, bringt zusammen und ist für manche wie eine Religion, so auch beim Finale der Frauen-Fußballweltmeisterschaft in Frankreich am Sonntag. Fußball hat aber auch bislang wenig beachtete Schattenseiten: Müllberge, Wasserverschwendung, Schadstoffmengen. Das Projekt Life Tackle will das ändern.

Die Stimmen der Athleten 

„Der Sport hat in Fragen der Nachhaltigkeit sowie der Klimakrise und wie wir ihr als Gesellschaft begegnen wollen, bislang keine vernehmbare Stimme. Auch wir sind nicht frei von Widersprüchen. Gerade deshalb wollen wir uns pro-aktiv der Verantwortung stellen“, sagte Dr. Peter Görlich, Geschäftsführer der TSG Hoffenheim, in einer Stellungnahme.

„Als Turner kämpfen wir regelmäßig mit den physikalischen Naturgesetzen. Wir wissen genau, dass es dabei keine Kompromisse gibt. Wenn wir nicht ausreichend vorbereitet sind oder einen Fehler machen, scheitern wir. Dasselbe gilt für die Klimakrise,” betonte Kunstturner Fabian Hambüchen, Olympiasieger und Weltmeister am Reck.

Das Hauptziel besteht darin, eine gemeinnützige Organisation zu schaffen, die Kampagnen zur Steigerung des Wissens über Nachhaltigkeit, zur Förderung von Klimaschutz und Demokratie im Sportbereich und darüber hinaus anstößt.

Holger Nikelis ist zweimaliger Paralympics-Sieger und einer der Initiatoren von „Sports for future“. Nikelis wurde durch einen Badeunfall teilweise gelähmt, als er jünger war. “„Durch meinen Unfall habe ich erfahren, wie es ist, etwas unwiederbringlich zu verlieren,” sagte er.

In Bezug auf die Klimakrise haben wir noch die Chance zu handeln. Das sollten wir tun – ehe es kein Zurück mehr gibt.“

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Sport und Klima

Da die Initiative noch neu ist, konzentriert sich Sports for future darauf, ein Netzwerk in Deutschland aufzubauen und die Organisation so zu etablieren, dass die Aktivitäten bald operationalisiert werden können. Sie stehen jedoch bereits in Kontakt mit den Vereinten Nationen und mehreren Fußballvereinen in anderen Ländern und Kontinenten, einschließlich Afrika, um die Bewegung zu internationalisieren.

Die Sportwelt engagiert sich langsam im Kampf gegen den Klimawandel und erkennt ihre Rolle bei der Förderung der Nachhaltigkeit in ihren Aktivitäten an.

Der UN-Klimaschutz baut die Allianz „Sports for Climate Action“ auf, die Sportvereine und -organisationen dabei unterstützen soll, auf die Ziele des Klimawandels hinzuarbeiten, indem sie ihren ökologischen Fußabdruck verringern.

Die UNO ist überzeugt, dass der Sport ein Instrument ist, um das Bewusstsein für den Klimawandel zu schärfen und die Bürger über den Klimawandel aufzuklären sowie nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Verhalten zu fördern, im Einklang mit dem, was „Sports for Future“ in Deutschland erreichen will.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic und Britta Weppner]

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