Spanische Wissenschaftler: Das große Problem von Biodiesel aus Soja

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Spanische Wissenschaftler und Akademiker erinnern daran, dass Biokraftstoffe auf Sojabasis trotz ihres biologischen Ursprungs aus natürlichen Ressourcen "schwerwiegende soziale und ökologische Auswirkungen haben." Sie führen zur "Abholzung von Wäldern und [zum] Verlust der biologischen Vielfalt, insbesondere in südamerikanischen Ländern." [Shutterstock/Jim Barber]

Spanische Wissenschaftler und Akademiker haben sich an die EU-Kommission gewandt, um vor der Entwaldung durch den Sojaanbau für Biokraftstoffe zu warnen. Sie fordern die Einstufung von Soja als „Rohstoff mit einem hohen Risiko, indirekte Veränderungen in der Landnutzung zu verursachen.“

Die Experten, die von der spanischen Umweltschutzorganisation Ecologistas en Acción, der spanischen Stiftung ECODES und der NGO Transport & Environment koordiniert werden, erinnerten daran, dass Biokraftstoffe auf Sojabasis trotz ihres biologischen Ursprungs aus natürlichen Ressourcen „schwerwiegende soziale und ökologische Auswirkungen haben.“

Der Sojaanbau führe zur „Abholzung von Wäldern und [zum] Verlust der biologischen Vielfalt, insbesondere in südamerikanischen Ländern.“

Diese Biokraftstoffe „setzen mehr Treibhausgase frei als ihre fossilen Gegenstücke wie Diesel“, so einer der Unterzeichner des Briefes, Fernando Valladares, Forscher beim Nationalmuseum für Naturwissenschaften des spanischen Nationalen Forschungsrats (CSIC) und Professor an der Universität Rey Juan Carlos.

Eine von der Europäischen Kommission selbst in Auftrag gegebene Studie hat gezeigt, dass Biokraftstoffe aus Palmöl und Soja dreimal mehr beziehungsweise doppelt so viel Treibhausgasemissionen verursachen als fossiler Diesel. Aus diesem Grund wurde Biokraftstoff aus Palmöl bereits 2019 als Rohstoff mit hohem Risiko eingestuft und seine schrittweise Abschaffung beschlossen.

Zudem konkurrieren die Anbauflächen für diesen Rohstoff mit denen für Nahrungsmittel, was die „Ernährungsunsicherheit“ vor dem Hintergrund des „Welthungers“ verschärft.

Die Übersendung des Schreibens fällt mit einer Veranstaltung im Europäischen Parlament zusammen, an der Vertreter europäischer und nationaler Institutionen, NGOs und Experten teilnahmen. Dabei soll über die Bedeutung des Ausstiegs der EU aus der Verwendung dieser Art von Biokraftstoff diskutiert werden, „wie es bereits bei Palmöl geschehen ist.“

Der europäische Verbrauch von importiertem Soja hat sich jedoch laut einer Studie von Transport & Environment von 2015 bis 2022 verfünffacht.

Dies soll die Entwaldung und damit die Freisetzung von sogenanntem unwiederbringlichem Kohlenstoff, also CO2 aus natürlichen Speichern, und den Verlust der biologischen Vielfalt sowie „Landraub und Konflikte mit indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften“ in Südamerika begünstigt haben. Allein in der brasilianischen Ökoregion Cerrado „nahm die Entwaldung im letzten Jahr um 43 Prozent zu.“

Die Sprecherin der drei Organisationen, die das Schreiben koordiniert haben, Lola Berna, sagte, dass der Sojaanbau bereits „immensen Schaden“ angerichtet habe. Sie betonte, dass diese Alternative zu fossilen Brennstoffen „den Weg der Elektrifizierung und der Verringerung des Energiebedarfs im Verkehr“ gehen müsse.

Das am Dienstag (5. März) versandte Schreiben knüpft an ein Schreiben von 30 Umweltorganisationen an, in dem die Europäische Kommission aufgefordert wurde, ihre Umweltversprechen „konsequent“ einzuhalten und Soja als „einen der umweltschädlichsten Rohstoffe für Biokraftstoffe“ anzuerkennen.

[Bearbeitet von Sandra Municio/Kjeld Neubert]

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