Slowakei: Plötzlich grün

Die Slowakei hat ihren Anteil an erneuerbaren Energien am Energiemix zwischen 2018 und 2019 offenbar um fünf Prozentpunkte auf 16,9 Prozent erhöht. [Shutterstock/ Anton_Medvedev]

Die Slowakei ist praktisch über Nacht zu einem der führenden EU-Länder beim Verbrauch grüner Energie geworden. Das geht aus neuen Zahlen hervor, die Eurostat auf der Grundlage der von der Slowakei bereitgestellten Verbrauchsdaten der Haushalte für 2019 veröffentlicht hat.

Die neuen Zahlen zeigen, dass die Slowakei ihren Anteil an erneuerbaren Energien am Energiemix zwischen 2018 und 2019 offenbar um fünf Prozentpunkte von 11,9 auf 16,9 Prozent erhöht hat. Somit wurde das 2020er-Ziel von 14 Prozent deutlich übertroffen – obwohl bisher das Gegenteil erwartet worden war.

Laut dem Energie-Jahrbuch 2019 ist der Anstieg des „grünen Energieverbrauchs“ beim Heizen und Kühlen vor allem auf den Verbrauch von fester Biomasse in slowakischen Haushalten zurückzuführen. Der Biomasseverbrauch stieg demnach zwischen 2018 und 2019 von 37.000 auf 56.000 Terajoule.

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Der unerwartete Sprung basiert auf neuen Daten, die aus einer Haushaltsbefragung des Slowakischen Hydrometeorologischen Instituts und des Statistikamtes stammen, erklärte das Wirtschaftsministerium gegenüber EURACTIV Slowakei.

Allerdings hat das Ministerium die an Eurostat übermittelten Daten noch nicht veröffentlicht und auch nicht offiziell über das Erreichen des 2020er-Ziels informiert.

Offenbar ist man sich selbst noch nicht komplett sicher: Während Vertreter der Erneuerbare-Energien-Branche davon ausgehen, dass die neuen Erkenntnisse weitreichende Konsequenzen für die Energiepolitik des Landes haben könnten, findet beispielsweise auch der Direktor des Slowakischen Verbandes der Photovoltaik-Industrie und der Erneuerbaren Energien (SAPI), Ján Karaba, die Entwicklung „höchst ungewöhnlich“.

„In den vergangnenen Jahren hat sich das Erreichen des 2020-Ziels von 14 Prozent als sehr problematisch erwiesen. Und jetzt sind wir plötzlich ganz weit voraus und haben dank einiger zusätzlich berechneter Daten 16,9 Prozent erreicht,“ wundert sich Karaba.

Insgesamt gehe er aber ebenfalls davon aus, dass der jüngste „Sprung nach vorn“ großen Einfluss „auf die Entwicklung der gesamten Energiepolitik der Slowakei haben wird.“

[Bearbeitet von Tim Steins]

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