Schwedischer Ex-Umweltminister kritisiert Klimapolitik der Regierung

Die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson (L) und der Vorsitzende der Grünen Partei Per Bolund (R). [EPA-EFE/ANDERS WIKLUND]

Schwedens ehemaliger Umweltminister Per Bolund hat die Klimapolitik der amtierenden Regierung vor der UN-Klimakonferenz „Stockholm+50“ am Donnerstag und Freitag in der Hauptstadt kritisiert.

In einem Interview mit dem Expressen am Mittwoch (1. Juni) kritisierte Bolund die derzeitige Klima- und Umweltministerin seines Landes, Annika Strandhäll.

„Leider hat sie sich dadurch ausgezeichnet, dass sie die notwendigen Entscheidungen nicht durchgesetzt hat. Das Arbeitstempo im Umweltbereich hat sich deutlich verlangsamt. Das finde ich traurig“, sagte er.

Die Regierung tue nicht genug, um das 1,5-Grad-Ziel, das spätestens in acht Jahren erreicht werden soll, einzuhalten, fügte seine Sprecherin hinzu.

Strandhäll erklärte hingegen, dass die Kürzung der Klimahilfe nicht als „beschämend“ angesehen werden sollte.

„Es ist eine Ausnahmesituation, mit Russlands Krieg gegen die Ukraine“, sagte sie dem staatlich geführten Fernsehsender SVT und fügte hinzu, dass „wir immer noch zu den Ländern mit den höchsten Pro-Kopf-Klimahilfen zählen.“

Zu „Stockholm+50: ein gesunder Planet für den Wohlstand aller – unsere Verantwortung“, ein von Schweden und Kenia organisiertes hochrangiges Treffen, werden am Donnerstag und Freitag 100 Regierungschefs und Klimaminister:innen in Schwedens Hauptstadt erwartet.

Ministerpräsidentin Magdalena Andersson hatte angekündigt, an der Konferenz teilzunehmen und die Gäste zu begrüßen, ihre offizielle Teilnahme wurde jedoch erst am Dienstag bekannt gegeben, was von Bolund kritisiert wurde.

„Das zeigt die etwas zögerliche Haltung der Sozialdemokraten zu dieser Konferenz, und das ist nicht die Haltung, die wir brauchen. Wir brauchen eine Regierung, die das Beste aus dieser Gelegenheit macht“, sagte er am Mittwoch (1. Juni) gegenüber dem Expressen.

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