Russisches Gas: Ukraine bereit zu trilateralen Gesprächen

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Vize-Kommissionspräsident Maroš Šefčovič (rechts) und Russlands Energieminister Alexander Nowak (links) vor der Presse in Moskau am 25. November 2016. [Commission]

Die Ukraine sei gewillt, in Brüssel am 9. Dezember an trilateralen Gas-Verhandlungen mit Russland teilzunehmen, bestätigt ihr nationaler Energieversorger Naftogaz auf Twitter. EURACTIV Brüssel berichtet.

Zum dritten Jahr in Folge wird die EU in Gas-Angelegenheiten zwischen Russland und der Ukraine vermitteln. Letztere will ihre Gasimporte aus Russland gesichert wissen und auch für die EU ist der Transit russischen Gases durch die Ukraine ein wichtiger Versorgungsfaktor.

Maroš Šefčovič, Vize-Kommissionspräsident und Verantwortlicher für die Energieunion, versucht seit vergangenen Sommer, einen trilateralen Deal im Rahmen des „Winterpakets“ auszuhandeln.

Die EU übernimmt die Vermittlerrolle auch aus eigenen Interessen, denn als Gazprom 2009 seine Lieferungen an die Ukraine unterbrach, griff das Land auf jene Gasvorräte zurück, die eigentlich für die EU gedacht waren. Folglich blieben zahlreiche EU-Länder in der Kälte sitzen.

Dieses Jahr stimmten sowohl Russland als auch die Ukraine nur widerwillig den trilateralen Gesprächen zu. Kiew hatte lange betont, es wolle ohne Vermittlung einen Deal aushandeln. Seit November 2015 kauft das Land sein Gas aufgrund der Krim-Annexion und der russischen Unterstützung separatistischer Rebellen nicht mehr direkt von Moskau. Gazprom selbst hält die Hilfe der EU ebenfalls nicht für notwendig. Eine Vorauszahlung der Ukraine reiche aus, um den Gashahn wieder aufzudrehen.

Russland stoppt Gaslieferungen an die Ukraine

Der russische Energiekonzern Gazprom hat am Mittwoch seine Gaslieferungen an die Ukraine gestoppt.

Am 25. November reiste Šefčovič nach Moskau. Dort versicherte er seinem Gastgeber, Energieminister Alexander Nowak, dass die Ukraine über die nötigen Mittel verfüge, um das Gas zu bezahlen, und bald weitere Gelder erhalten würde. Russland könne zusätzliche 1,5 bis vier Kubikmeter Gas an die Ukraine liefern, soll Nowak laut russischer Nachrichtenagentur TASS, gesagt haben. Diese Möglichkeit wolle man bei trilateralen Gesprächen mit der Ukraine und der EU genauer ausloten.

Auch der Energieversorger Naftogaz bestätigt nun die Bereitschaft der Ukraine, an dem Treffen in Brüssel teilzunehmen.

Die EU bezieht zurzeit etwa ein Drittel ihres Gases aus Russland. Mehr als die Hälfte davon wird über die Ukraine geleitet. Seit die russisch-ukrainischen Beziehungen jedoch ihren Tiefstand erreicht haben, nimmt das Streitpotenzial über die Preissetzung und andere Themen immer schneller zu. Um Versorgungssicherheit zu gewährleisten, müssen also die unterirdischen Gasspeicher der Ukraine gefüllt werden – ein Vorgang, der üblicherweise bis Mitte Oktober abgeschlossen ist. Der aktuelle Gasvorrat reicht der Kommission zufolge jedoch gerade einmal für einen milden Winter.

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