Rekordwerte für erneuerbare Energien

Studie „Globales Energiesystem basierend auf 100% Erneuerbarer Energie – Stromsektor“ [dpa (Archiv)]

Auch wenn Putin und Trump nicht auf sie setzen wollen – der weltweite Ausbau hat laut einem aktuellen Bericht der IRENA in 2016 Rekordwerte für die erneuerbaren Energien erzielt.

„Wir sind Zeuge einer Energietransformation, die sich über die ganze Welt erstreckt, und das spiegelt sich in einem weiteren rekordverdächtigen Jahr des Kapazitätsausbaus für erneuerbare Energien wider“, so IRENA-Generaldirektor Adnan Z. Amin.

Der Jahresbericht, der in Abu Dhabi ansässigen Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA), stellt einen Kapazitätsausbau von mehr als 160 Gigawatt Leistung für erneuerbare Energien fest. Das ist ein Kapazitätszuwachs auf mehr als 2.000 Gigawatt und damit ein Anstieg von 8,7 Prozent im Verhältnis zu Ende 2015.

Asien liegt ganz vor

Während Donald Trump am Dienstag noch erklärt hat, er wolle „den Krieg gegen die Kohle beenden“, indem er die Umweltschutzmaßnahmen der Obama-Regierung per Dekret aussetzt und Russlands Präsident Wladimir Putin vehement an der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2  festhält, bewegt sich der Rest der Welt in Richtung Pariser Klimaabkommen.

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Vor allem in Asien sind die regenerativen Energien der weltweit am schnellsten wachsende Sektor der Stromerzeugung. Der Anteil Asiens am weltweiten Ausbau der Kapazitäten im Jahr 2016, liegt laut IRENA-Bericht, bei 58 Prozent und macht mit insgesamt 812 Gigawatt rund 41 Prozent der globalen Kapazität an erneuerbaren Energien aus.
Auslöser des asiatischen Booms ist vor allem ein Land: China. Das Land braucht Unmengen an Energie, um die im Fünf-Jahres-Plan avisierten 6,5 Prozent Wirtschaftswachstum zu leisten. Und das möglichst sauber und möglichst schnell. Kein Wunder also, dass China die Region hinsichtlich des Ausbaus erneuerbarer Kapazitäten, zu der am schnellsten wachsenden in der Welt entwickelt hat.

Doch auch vom afrikanischen Kontinent gibt es gute Nachrichten. Dort wurden 2016 doppelt so viele Kapazitäten zur Erzeugung erneuerbarer Energie aufgebaut wie im Vorjahr.

Viel Sonne, weniger Wind und ein noch größeres Potenzial

Spitzenreiter des Jahres beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Europa ist Deutschland. Der deutsche Anteil an der europäischen Gesamtkapazität liegt bei rund 21 Prozent. Grund dafür ist unter anderem der weitere Ausbau der Solarkraftanlagen. Deren Kapazitäten stiegen vor allem in Deutschland, Großbritannien und in Europa gesamt auf 104 Gigawatt. Damit wurde die Solarenergie im vergangenen Jahr weltweit – erstmals seit 2013 – stärker ausgebaut als die Windkraft.

Rund 40 Prozent des weltweit netzunabhängigen Stroms wurden durch Solarenergie und 10 Prozent aus der Wasserkraft zur Verfügung gestellt. Der Rest stammt vorrangig aus Bioenergie.

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„Dieses Wachstum unterstreicht das wirtschaftliche Potenzial der erneuerbaren Energien,  das auch viele sozio-ökonomische Vorteile mit sich bringt –  die Förderung des Wirtschaftswachstums, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Verbesserung der menschlichen Gesundheit und der Schutz der Umwelt. Aber die Fortsetzung dieser Dynamik  erfordert zusätzliche Investitionen, um den Energiesektor zu entkarbonisieren und die Klimaziele zu erreichen“, unterstreicht Adnan Z. Amin.

Derzeit werden mit den Erneuerbaren nicht einmal fünf Prozent des weltweiten Energiebedarfs gedeckt. Laut Schätzungen könnten weltweit bis zu 60 Millionen Haushalte oder 300 Millionen Menschen von netzunabhängigen, erneuerbaren Energien profitieren.

Ein Grund mehr, warum Politiker und Experten, wie der NABU-Präsident Olaf Tschimpke, an die USA appellieren, sich nicht von der weltweiten Abkehr von Kohlekraft zu verabschieden. „Wenn die Nachfrage nach dieser Technik versiegt, werden auch die Amerikaner das sinkende Schiff Kohlekraft verlassen“, ist Tschimpke überzeugt.

Auch IRENA-Generaldirektor Adnan Z. Amin sieht wegen des im Bericht beschriebenen Trends optimistisch in die Zukunft der erneuerbaren Energien. „Diese neue Daten sind ein ermutigendes Zeichen, dass es zwar noch viel zu tun gibt, wir aber auf dem richtigen Weg sind.“

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