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18/01/2017

Reaktor in Hinkley Point wird gebaut

Energie und Umwelt

Reaktor in Hinkley Point wird gebaut

Der Vertrag für die Erweiterung des Kernkraftwerks Hinkley Point ist unterschrieben.

Foto: jgolby

Das Gericht der Europäischen Union hat eine Klage von deutschen und österreichischen Stromversorgern gegen die Subventionen für das britische Atomkraftwerk Hinkley Point abgewiesen.

Der Ökostromanbieter Greenpeace Energy teilte am Donnerstag in Hamburg mit, das Gericht in
Luxemburg habe die Klage als nicht zulässig bezeichnet. Das Unternehmen prüft nun Rechtsmittel dagegen. Unterdessen wurde der Vertrag für den Bau der neuen Reaktoren unterzeichnet.

Streit um das geplante Atomkraftwerk Hinkley Point

Der Finanzchef des französischen Energiekonzerns EDF, Thomas Piquemal, ist offenbar wegen eines Streits um das geplante Atomkraftwerk Hinkley Point in Großbritannien zurückgetreten.

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Die geplanten britischen Subventionen für den Neubau der beiden Druckwasserreaktoren von Hinkley Point C summieren sich laut einer von Greenpeace angeführten Studie auf umgerechnet rund 108 Milliarden Euro. Die EU-Kommission hatte die Beihilfen 2014 genehmigt. Dagegen klagten zehn überwiegend deutsche Stromanbieter, darunter die Stadtwerke von Mainz, Schwäbisch-Hall und Tübingen. Sie fürchten durch die Atomsubventionen Einbußen und Wettbewerbsnachteile.

Atomsubventionen für Hinkley Point: Unternehmensbündnis reicht Klage gegen EU-Kommission ein

Ein Bündnis aus Ökostromanbietern und Stadtwerken aus Deutschland und Österreich hat am Mittwoch beim Gericht der Europäischen Union (EuG) in Luxemburg Klage gegen Subventionen für das geplante britische Atomkraftwerk Hinkley Point C eingereicht.

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Greenpeace Energy betonte, der Rechtsstreit habe „grundsätzliche Bedeutung“. Hinkley Point C könne „als Blaupause für ein Dutzend weiterer Akw-Projekte in Großbritannien und anderen europäischen Ländern dienen“.

Der Vertrag für die Erweiterung des Kernkraftwerks durch ein französisch-chinesisches Konsortium wurde am Donnerstagnachmittag in London unterzeichnet. Es ist der erste Reaktor-Neubau in Großbritannien seit rund zwei Jahrzehnten. Die britische Regierung gab erst nach einigem Zögern und der Festlegung neuer Auflagen grünes Licht.

Gebaut werden sollen die beidem Reaktoren vom französischen Stromkonzern EDF mit Beteiligung des chinesischen Staatsunternehmens CGN. Die Kosten für das Projekt werden mit 18 Milliarden Pfund angegeben, umgerechnet mehr als 21 Milliarden Euro. Die Anlage soll 2025 ans Netz gehen und künftig sieben Prozent des britischen Strombedarfs abdecken.